Illusion Magazin #1: Märchen

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Illusion Magazin #1: Märchen

Beitrag von Akeem am 30.05.16 23:31

Hallo Forumsnutzer!

In diesem neuen Versuch eine Art "Event" zu starten, kam mir folgende kleine Idee.
Die Idee ist schnell erklärt: Wir versuchen all unsere kreative Kraft, unsere Ideen und unsere Fähigkeiten auf ein einziges Thema zu konzentrieren und schauen, was dabei raus kommt. Konkret heißt das, dass wir für einen Zeitraum einen Themenkomplex vorgeben und jeder, der möchte, etwas Künstlerisches dazu beisteuern kann. Die Werke werden dann hier gesammelt und in einer Art Magazin zusammengefasst und präsentiert. 
Konkreter heißt das: Wir werden uns jeden Monat (erstmal legen wir das als Zeitraum fest) ein Thema herauspicken, das dann als Inspiration dazu dient, dass jeder, der hier im Forum so herumlungert ein Kunstwerk zu diesem Thema anfertigen kann. Welcher Art diese Kunstwerke sind, ist dabei völlig egal. Beinahe alles ist erlaubt, es ist nur wichtig, dass ihr es selbst angefertigt habt. Auch Kunstwerke "aus ihrem Vorrat" wären in Ordnung, solange sie thematisch passen. 
Es soll aber zum größten Teil eine Art Denkanstoß und kreative Übung sein. Wie oft sitzt man da und denkt: Was soll ich nun zeichnen? Was soll ich schreiben? Ich weiß nicht genau. 
Genau dann findet ihr hier vielleicht etwas Inspiration!

Das ganze läuft völlig ohne Zwang und ohne Bürokratie. Wenn ihr Lust habt, etwas zu erstellen, postet es einfach in diesen Thread und ihr seid mit dabei. Es gibt also keine bindenden Anmeldungen etc. Es muss auch nicht bei einem Werk bleiben. Habt ihr genug Kreativität und Energie für mehrere, dann teilt auch gerne mehrere Sachen!

Hier eine kleine Auswahl von "Kunstwerken" die man zu den Themen herstellen könnte. Darüber hinaus gibt es sicher auch noch andere, die mir einfach nur nicht einfallen. ;)

  • Kurzgeschichten, Gedichte, One-Shots usw. 
  • Gemälde, Digitale Bilder, Comics usw. 
  • Listen und Empfehlungen! Kennt ihr coole Bücher/Comics/Filme/Videospiele zu dem Thema? Sammelt sie und schreibt, warum sie so gut sind. Gerne auch ein längeres Review.
  • Video!
  • Musik!
  • ... Und was dir sonst noch so einfällt!

Was auch immer euch am besten liegt oder am meisten interessiert: Erschafft ein Werk und teilt es mit uns.
Alle Werke werde ich hinterher sammeln und vermutlich in einer Datei veröffentlichen: Das Illusion Magazin!

(Feedback und Verbesserungsvorschläge sind gerne gesehen!)
___________________________________________________________________

Das erste Thema lautet: Märchen!
Was auch immer euch zu diesem Thema einfällt. Erstellt ein Werk daraus und teilt es mit uns!
Das ganze läuft bis zum 30.06.2016
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Re: Illusion Magazin #1: Märchen

Beitrag von Kyouya am 11.06.16 19:14

So~ Ich bin mit meiner Geschichte fertig. Um welches Märchen es geht, verrät der Titel an sich bereits. (Ist zwar ein Wintermärchen, aber ein Märchen  )




Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern
Spoiler:
Es war fürchterlich kalt und bunte Lichter erhellten die Straßen. Die Menschen drängelten sich durch die Straßen, die mit Matsch bedeckt waren. Nur kurz war der Schnee gelegen, bevor er zu braunem Matsch geworden war. Am Rande einer Straße, saß ein Mädchen. Sie trug einen lumpigen Schal und löchrige Handschuhe. Ihre Stiefel waren wegen dem Matsch durchnässt und ihr Kopf war ungeschützt. Sie war froh über die Kleidung, die sie in Mülleimern hatte finden können. Dennoch fror sie und war ermüdet. Den ganzen Tag war sie durch die Straßen gegangen und hatte nach Almosen gebettelt. Sie hatte auch etwas Geld bekommen, doch kaum hatte sie eine Bäckerei betreten, wurde sie von dort verjagt. 'Gesindel hat in meiner Bäckerei nichts zu suchen!', hatte man ihr zugerufen. Bis sie etwas zu Essen hat kaufen können waren wieder Stunden vergangen und nun saß sie erschöpft in den dunklen Abendstunden. Sie zog die Beine eng an ihren dürren Körper und hustete etwas. Sie begann zu zittern, als ein kalter Wind aufkam, gefolgt von dicken Flocken. Die Menschen auf der Straße betrachteten erfreut die dicken Flocken. Ein Paar geht direkt an dem Mädchen vorbei. "Entschuldigen sie-" Doch es zog einfach weiter. Ein Mann in einem feinen Anzug ging vor ihr. "Haben Sie vielleicht-" Doch wieder wurde sie ignoriert. Leute sahen sie sitzen und wandten dann ihre Blicke ab. Das Mädchen ließ sich davon nicht entmutigen. "Hätten Sie etwas Kleingeld, auf das Sie verzichten könnten? Entschuldigen Sie? E-Es muss nicht viel sein. Nur eine Kleinigkeit, ich bitte Sie. Was ist mit Ihnen, der Herr? Nein…? Schade… Hätten Sie vielleicht Kleingeld, das Sie nicht brauchen?", versuchte sie es weiter. Ihr Hals kratzte und schmerzte fürchterlich. Es dauerte nicht lange, da war ihre Stimme kaum mehr als ein verzweifeltes Wispern. Seufzend beschloss das Mädchen ihre Stimme ruhen zu lassen und betrachtete einfach die vorbeigehenden Leute. Manche hasteten eilig, während andere entschleunigt spazierten und den dicken Flocken beim Fallen zusahen. 

Ein kleines Mädchen hüpfte freudig an der Hand ihrer Mutter. Es roch nach Zimt und die Beleuchtung der Straße schien viel heller und prächtiger als zuvor. Unter ihren Füßen knirschte der weiße Schnee. "Heute Abend gibt es eine leckere Gans~" Die Mutter lachte und strich dem Mädchen lächelnd über den Kopf. "Willst du mir heute helfen?" Das kleine Mädchen funkelte ihre Mutter mit großen Augen an. "Darf ich das? Ja bitte! Ich werde dir eine große Hilfe sein, ich verspreche es! Vielen, vielen Dank, Mama!"

Das Mädchen öffnete die Augen. Ihre Augenlider waren schwer und kaum aufzubekommen. "Nein. Ich darf nicht einschlafen… ", sprach das Mädchen zu sich selbst und rieb sich über die Augen.  Es war nicht leicht sich zu bewegen, da die Müdigkeit in ihren Gliedern saß. Sie beobachtete weiter die Menschen. Von dem Kind und der Mutter fehlte jede Spur. "Habe ich das nur geträumt…?", fragte sie sich leise, während ihre Augenlider wieder schwerer wurden.  Sie kämpfte ihre Augen auf, doch da schlossen sich ihre Augen wieder. Sie blinzelte etwas, bekam die Lider aber nicht hoch.

Das kleine Mädchen und ihre Mutter erreichten ein schönes Haus. Ein Mann öffnete die Tür und das Mädchen umarmte ihn kichernd. "Papa! Heute gibt es Gans!" Ihr Vater umarmte sie ebenfalls. "Ja. Die Gans deiner Mutter ist die Beste. Wirst du ihr helfen?" Stolz nickte  das Mädchen.  Das Lächeln des Vaters vertiefte sich. "Dann wird das heute ein wahres Festmahl." Er hob sie hoch und trug sie in das warme Haus.

Sie öffnete langsam ihre Augen. "… Mama… Papa….", murmelte sie und kämpfte erneut gegen die Müdigkeit. "Ich darf nicht einschlafen! Ich darf nicht…" Doch konnte sie sich nicht dagegen wehren.

Das Mädchen und ihre Eltern saßen an einem wunderschönen Tisch. Die Gans auf dem Tisch duftete herrlich. Sie wünschten einander einen guten Appetit, ehe sie anfingen zu essen. "Gefällt es dir in der Stadt, mein Liebling?" Freudig nickte das Mädchen. "Aber ich freue mich auf Zuhause." Die Mutter lächelte. "Es war eine wunderbare Idee, Neujahr in woanders zu verbringen, mein Schatz. Die Straßen sind wunderschön dekoriert, überall die Freude der Menschen, es ist einfach ein Traum."
Wieder öffnet sie ihre Augen und sieht zu der Straßenbeleuchtung. Sie waren immer noch so wunderschön wie damals, als sie als Kind hierhergekommen war. Sie wusste auch wieder, was sie träumte. Es war ihr letztes gemeinsames Neujahr gewesen, bevor ihre Eltern bei einem Unfall verunglückten. "Mama…. Papa…. Ich vermisse euch…", murmelte das Mädchen müde und schloss erneut ihre Augen. Sie sah ihre Eltern vor sich gehen, die sich aber dann zu ihr umdrehten. "Wo bleibst du denn, Liebling?", sprach der Vater. Die Mutter lächelte sie an und hielt ihre Hand hin. Die Augen der Mädchen füllten sich mit Tränen, während sie aufstand und glücklich die Hand ihrer Mutter nahm. Die Familie umarmte sich, ehe sie ihre Hände nahmen und weiter gingen. All die Müdigkeit und Kälte, selbst der Hunger, all ihre Sorgen und Probleme waren verflogen.


In den kalten Morgenstunden fand man ein Mädchen am Rande der Straße. Ihre Beine waren an ihren dürren Körper gezogen. Ihre Wangen waren rot und auf ihrem kalten Körper ruhte eine dünne Decke Schnee. Dass sie erfroren war, hatte niemanden gewundert. Doch wieso ein Lächeln ihr Gesicht zierte, konnte niemand sagen.
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Re: Illusion Magazin #1: Märchen

Beitrag von Saddy-chin am 18.06.16 13:47

und hier ist auch mein beitrag ^-^
ich musste die haare 3 male zeichnen, weil sie mir nicht gefallen haben, aaaber ich bin fertig und hat nichtmal soo lange gedauert
ps: ignoriert die dünnen arme. das mädchen hat gehungert, die hatte halt ganz dünne arme :depri:

Sterntaler:


Zuletzt von Saddy-chin am 25.06.16 2:55 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Illusion Magazin #1: Märchen

Beitrag von Philodoof am 20.06.16 21:15

Da ich leider noch immer nicht in einem Rollenspiel involviert bin, war ich umso erfreuter neulich dieses Themenevent zu entdecken. :-) Ich habe mich entschieden ein Gedicht beizutragen:
 
Märchenfiguren-Arbeitsamt:

Das Aschenputtel ist spät dran
Das Arbeitsamt ruft zum Rapport
Doch wenn sie was nicht handlen kann,
Ist Pünktlichkeit das Wort
 
Unterwegs kreuzt sie den Weg
Vom Hänsel und der Gretel
Sparen, sagt ihnen der Beleg
Drum streuens’ nur Krum’viertel
 
Auf der Straße vor dem Amt
Sitzen Tiere dort zu viert
Einst noch Märchenmusikant
Wird nun gossenmusiziert
 
Und das tapf’re Schneiderlein
Im Gespräch mit dem Herrn Jung
Muss nun wirklich tapfer sein
Nach Sozialhilfekürzung                      
 
Märchenfiguren wie aufgezählt
Arm und total aufgeschmissen
Gibt es viele auf der Welt
Weit mehr als wir gar wissen
 
Aus diesem Grunde sage ich -
Und dies ist ein Appell,
keine Moral von der Geschicht -
handelt bitte schnell:
 
Liebe Eltern, ihr müsst lesen!
Es geht um die Fortexistenz!
Von traditionsreichen Wesen
Mit Märchenbuchpräsenz
 
Nehmt ein Buch mit zu dem Bette
In dem euer Kindchen liegt
Und erzählt, statt Spongebob-Hörkassette,
wie das siebte Geißlein siegt

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Re: Illusion Magazin #1: Märchen

Beitrag von Saddy-chin am 25.06.16 2:59

es war als kind mein lieblingsmärchen. und meine lieblingsstelle habe ich gemalt, inklusive zitat. ich finde diese geste einfach so süß, ich MUSSTE es malen

Die kleine Seejungfrau:
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Re: Illusion Magazin #1: Märchen

Beitrag von Akeem am 25.06.16 4:08

Ich hab mein eigenes, kleines Märchen geschrieben:

MacDougall’s Preis:

Es waren einmal ein Mädchen und ein Junge, die lebten beinahe dasselbe Leben an verschiedenen Orten. Weit, weit voneinander entfernt. Das Mädchen war still und schüchtern, kreativ und talentiert. Der Junge war albern und aufgedreht, melancholisch und philosophierend. Beide jedoch waren einsam. Nicht immer alleine, aber dennoch einsam. Beide auf ihre eigene Art und Weise. Sie unterschieden sich wie Tag und Nacht, teilten sich dennoch gleichzeitig  denselben Himmel. Es war das Gefühl, das sie verband, obwohl sie einander nicht einmal kannten. Freude ließ sie im Regen tanzen. Angst ließ sie zu Hause die Decke über den Kopf ziehen. Neugierde trieb sie immer wieder hinaus in die Welt.
Und Neugierde brachte sie auch beide in diesen kleinen Laden. Jeder zu seiner Zeit. Das Mädchen am Morgen, als die Sonne die grauen Wolken wegblies. Der Junge am Abend, als die Sterne am Firmament ihm den Weg wiesen. Der bekannte Geruch von Tabak stieg in ihre Nasen, als den Laden betraten. Wie immer.
„Willkommen bei MacDougall’s.“
Der Besitzer stand am Tresen, gelocktes Haar, runde Brille und Pfeife quer im Mundwinkel. Wie immer. Neben der Kasse stand eine Schüssel mit Weintrauben. Und wie immer stöberten sie durch den kleinen, bezaubernden Laden.
Der Junge bewunderte die Gemälde, die der Besitzer verkaufte. Das Mädchen hatte nur Augen für die Violine, für die sie hoffte, eines Tages genügend Geld zusammen zu kratzen zu können. Sie gingen einen unterschiedlichen Weg, zu unterschiedlichen Zeiten, in verschiedenen Tempo. Aber trotzdem wirkten ihre Bewegungen beinahe wie ein Tanz. Ein Tanz, der Raum und Zeit zu überwinden schien. Und als die Musik stoppte, berührten sich beinahe ihre Zeigefinger. Und sie standen beide vor dieser großen hölzernen, viereckigen Box.
„Nicht jede Seele erweckt Interesse an diesem Artefakt“, erklärte der Ladenbesitzer ihnen, der plötzlich hinter ihnen erschien, „Es ist nicht einfach nur eine schnöde Box, gemacht aus Holz, Metall und Kristallen. Nur Seelen, die sie wirklich benötigen, können ihr wahres Potential sehen.“ Er legte die Hand auf die Schultern seiner Kunden. Dem Jungen auf die linke, dem Mädchen auf die rechte. „Aber du scheinst jemand zu sein, der Gefallen daran finden würde. Alles, was ihr dafür Zahlen müsst, ist MacDougall‘s Preis: 21 Goldtaler!“
Das Mädchen, wie auch der Junge konnten nicht anders und nahmen die Schnitzerei an sich, bezahlten und trugen sie zu sich nach Hause. Der Junge ging unter dem Sternenzelt in die eine Richtung. Das Mädchen ging im Sonnenschein in die andere Richtung. Doch letzten Endes gelangen beide in dieselbe Situation: Auf ihrem Bett sitzend, öffneten sie die schwere, vier eckige Box und staunten, als sie sahen, was sich unter dem quietschenden Deckel verbarg.
„Der großartige Irelaw meldet sich zum Dienst!“, sprang ein Kobold förmlich aus der geöffneten Box. Seine Haut war gelblich lila, seine Nase lang und gezackt und er trug eine seltsame Antenne auf dem Haupt. Der Junge war verwundert. Das Mädchen erschrak kurzzeitig. Keiner von beiden hatte Angst vor Irelaw. Doch keiner von beiden, wusste etwas mit ihm anzufangen.
„Ja, ganzsicher fragst du dich nun: Ein Kobold mit einer Antenne wohnt in meiner Box? Die Antwort ist anders, als sie auf den ersten Blick erscheinen mag: Nein! Nicht irgendein Kobold, sondern der großartige Irelaw!“ Der Kobold sprach mit einer tiefen, aber gleichzeitig quietschenden Stimme. Das Mädchen beobachtete den Kobold interessiert. Der Junge beobachtete Irelaw beinahe skeptisch.
„Nicht viele finden meine Box in diesem kleinen Laden. Das Privileg Irelaw zu treffen ist nur den wenigsten aller Menschen vergönnt. Wenigstens jetzt noch. Er versucht seit Jahrzehnten seine Dienste mehr und mehr Menschen zur Verfügung zu stellen, doch die wenigsten verdienen den besonderen Services des Irelaw so sehr, wie du es beispielsweise tust. Und da meine Zeit kostbar ist, kann er sie nicht mit denjenigen verschwenden, die nicht zu würdigen wissen, was er für sie leisten kann. Deshalb hat er dich ausgewählt, mein Freund. Irelaw gibt dir jetzt die einzigartige Möglichkeit dein Leben für immer zu verändern.“
„Wie fragst du, Bursche?“ Der Junge sah Irelaw überrascht an.
„Wie fragst du, mein Fräulein?“ Das Mädchen sah Irelaw überrascht an.
„Was wenn Irelaw dir sagen würde, dass es da draußen hunderte, tausende, ja, millionen von Seelen gibt, die genauso sind, wie du es bist. Du glaubst Irelaw nicht? Na, das kann er verstehen. In deiner kleinen Welt erscheint ein solcher Gedanke beinahe absurd. Lächerlich. Ja, als hätte ein Kobold mit einer Aluminium Antenne auf dem Kopf ihn formuliert. Aber in der Welt von Irelaw ist dies nicht absurd. Der Gedanke, dass es nicht so wäre, ist derjenige, der an Lächerlichkeit nicht zu übertreffen ist. Diese Welt ist Realität und Irelaw kann sie dir zeigen. Wenn du denn willst. Nun, sag.“ Der Kobold lehnte sich leicht aus seiner Box und stützte sich dabei auf dem Rand auf, verließ jedoch nie seine vier Wände.
„Soll ich dir helfen, Bursche?“ Und der Junge nickte.
„Soll ich dir helfen, mein Mädchen?“ Und das Mädchen nickte.
Und Irelaw grinste und tanzte und lachte und sagte schließlich. „Irelaw dient fortan als dein Bote. Er wird die Nachrichten so übermitteln, wie du sie gemeint hast. Er schwört nichts anderes als das zu tun. Du gibst Irelaw eine Nachricht, schließt den Deckel der Box und Irelaw wird diese zustellen. Sobald Irelaw eine Antwort erhalten hat, wird er an den Deckel der Box klopfen und dir die Nachricht so übermitteln, wie sie ihm zugetragen wurde. In Ordnung?“
Der Junge nickte erneut.
„Gut. Gut. Wunderbar. Und du hast Glück, mein Junge. Denn dir wurde bereits eine Nachricht gesendet. Soll Irelaw sie dir vortragen?“
Der Bursche nickte erneut und der Kobold tanzte erfreut.
„Die Nachricht lautet:
Hallo Fremder. Irgendwie ist das hier doch ganz schön verrückt, oder? Ich glaube immer noch, dass das Ganze ein Scherz ist, aber ich konnte bisher weder Batterien noch andere Stromzufuhren finden, also... Vielleicht Sonnenenergie? Was hältst du davon, Fremder?
Viele Grüße: Eine verwirrte Wanderin
Der Junge konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
Tief in der Nacht hörte das Mädchen dann drei Klopfer auf Holz, die sie aus dem Schlaf rissen. Klopf, Klopf, Klopf. Es war ein seichter Schlaf gewesen, trotzdem war sie erstaunt, wie penetrant das Geräusch des Klopfens gewesen war. Doch wiederum war sie auch erfreut und aufgeregt. Sie öffnete den Deckel der Box und hörte sofort wieder Irelaws quirlige Stimme.
„Hallo, mein Fräulein. Irelaw hat endlich eine Antwort für dich:
Ich grüße dich, verwirrte Wanderin! Ich bin froh nicht der einzige zu sein, der seinen Verstand zu verlieren scheint. Wenigstens kenne ich dann in der Anstalt schon jemanden, mit dem ich Pillen und Zigaretten tauschen kann.“
Das Mädchen kicherte, als sie diese Worte hörte und unterbrach damit Irelaw.
Ich denke Sonnenenergie ist keine Option, es sei denn die Reflektion auf dem Mond ist genug, um eine magische Box zu betreiben. Ich bin noch immer nicht sicher, ob das Ganze hier wirklich funktioniert. Aber wäre es nicht fantastisch, wenn es tatsächlich so wäre, Wanderin?
Verrückte Grüße,
Der Fremde.“
Wenig später war es der Junge, der durch die drei Klopfer gestört wurde. Klopf, Klopf, Klopf. Doch der Junge schlief nicht. Er war wach, wenn andere schliefen und schlief wenn andere aufwachten. Er saß auf seinem Bett und beobachtete, wie die Sonne den schwarzen Nachthimmel in ein rötliches Licht tauchte. Dann öffnete er den Deckel der Box, die er neben sich hatte.
„Irelaw hat eine Nachricht für dich, Bursche.
Ja, das wäre es wahrlich, Fremder. Ich bin noch immer nicht, ganz sicher, ob das hier wirklich funktioniert. Aber Irelaw versichert mir, dass er immer die Wahrheit sagt, also sollte ihm wohl glauben, oder? Ich will ehrlich gesagt einfach glauben, dass es echt ist. Es wäre sehr viel spanender, oder Fremder?
Also lass uns im Zweifelsfall einfach so tun, als würde es funktionieren, ja?“
Und wenig später hörte das Mädchen das Klopfen. Klopf, Klopf, Klopf.
„Irelaw hat eine Nachricht für dich, mein Fräulein.
Da hast du recht, Wanderin. Ich hab lange nichts mehr so aufregendes getan, wie das hier. Die meisten Nächte sitze ich hier nur herum und überlege mir neue Motive, die ich zeichnen kann, während ich einen Tee schlürfe. Das hier ist wirklich mal etwas anderes. Etwas Neues. Es gefällt mir.
Du kannst es nicht sehen, aber ich lächele gerade. Ich hab Irelaw gesagt, er solle mein Lächeln nachmachen, aber ich bin mir sicher, dass es an ihm eher lächerlich als süß aussieht.“
Das Mädchen betrachtete Irelaw, der ein wahrlich bescheidenes, gequältes Lächeln aufsetzte und musste kichern.
„Ach ja, Wanderin... Wie ist eigentlich dein Name?“
Klopf, Klopf, Klopf.
„Irelaw hat eine Nachricht für dich, Bursche.“
Klopf, Klopf, Klopf.
„Irelaw hat eine Nachricht für dich, mein Fräulein.“
Klopf, Klopf, Klopf.
„Irelaw hat eine Nachricht für dich, Bursche.“
Klopf, Klopf, Klopf.
„Irelaw hat eine Nachricht für dich, mein Fräulein.“
Klopf, Klopf, Klopf.
Das Mädchen und der Junge tauschten noch über Stunden Nachrichten aus, bevor sie schließlich beide ins Land der Träume abdrifteten. Ihre Herzen waren bisher immer getrennt gewesen. Ihre Körper tanzten zu ihrem eigenen Takt. Doch je mehr Nachrichten sie Irelaw überbringen ließen, umso mehr näherten sich nicht nur ihre beiden Seelen an.
Im Verlauf der nächsten Tage pflegten sie diese Art der Konversation weiter. Sie erzählten sich alles. Es begann mit Witzen und Anekdoten, bis sie über ihre Leidenschaften und Träume sprachen. Das Mädchen bat den Jungen ihr eines von seinen Bildern zu zeigen und der Junge bat das Mädchen darum, ihm eines Tages doch einmal etwas auf ihrer Geige vorzuspielen. Doch insgeheim glaubten sie beide nicht daran, dass es je dazu kommen würde. Doch Irelaw überredete sie, es zu versuchen.
„Aber nein, Irelaw. Du verstehst nicht, ich bin nicht gut genug. Das wäre nur peinlich.“, erklärte das Fräulein ihm jedoch.
„Aber nein, Irelaw. Du verstehst nicht. Sie würde mich nur auslachen, wenn sie meine kindischen Zeichnungen sehen würde.“, erklärte der Bursche ihm jedoch.
Irelaw glaubte keinem von ihnen, den er wusste um die Wahrheit.
Das Mädchen und der Junge sprachen weiter, viele Tage, Wochen bis hin zu Monaten. Doch immer, wenn Irelaw ihnen sagte, es wäre Zeit, sagten sie, dass sie nicht bereit wären. Sie schienen beinahe jeden einzelnen Moment miteinander zu teilen und das Klopfen der Box wurde zu einem omnipräsenten Geräusch in ihrem Leben. Es war beinahe, als würden sie beide zu dessen Takt atmen. Jedoch jeder zu seiner Zeit, leicht versetzt und niemals synchron.
Klopf, Klopf, Klopf...
Klopf, Klopf, Klopf...
Klopf, Klopf, Klopf...
Klopf, Klopf, Klopf...
„Irelaw hat eine Nachricht für dich, mein Fräulein.“, sprach Irelaw als er erneut erschien, doch anders als sonst, war es eine Nachricht, die auf einem Stück Papier stand, verpackt in einem Briefumschlag. Er überreichte ihn dem Mädchen und sagte: „Irelaws Arbeit ist getan. Der Rest liegt bei dir, mein Kind.“
Der Junge war verwundert, als er den Brief in den Händen hielt und beobachtete erschrocken, wie der Kobold mit der Antenne zurück in die Box kletterte und den Deckel schloss. Doch als der Bursche die Box wieder öffnete, war er verschwunden.
In dieser Nacht hörten sie beide kein einziges Klopfen. Die Abstinenz dieses Geräusches füllte den Raum mit Leere, beinahe so wie die Nacht mit Dunkelheit gefüllt wurde. Immer wieder las das Mädchen die Zeilen des Kobolds. Immer wieder dachte der Junge an die Worte von Irelaw, die ihm durch den Kopf schwirrten.
Und am nächsten Tag, taten sie, worum er sie gebeten hatte. Und als beide zur gleichen Zeit, mit der Box in der Hand in den Laden zurückkehrten und sich dort begegneten, schlugen ihre Herzen das erste Mal synchron. Zur gleichen Zeit und im gleichen Tempo.  Sie standen sich für einen Moment nur gegenüber und starrten sich wortlos an.
Er sieht aus wie auf dem Gemälde, das Irelaw mir zeigte, dachte das Fräulein und dem Burschen kam ihr liebliches Geigenspiel wieder in den Sinn, so wie es die letzten Tage aus seinem Kassettenrecorder geschallt war.
„Willkommen bei MacDougall’s.“

Der Besitzer erschien hinter ihnen und fasste den beiden auf die Schultern. „Es hat euch gefallen, oder? Die Box rückt Seelen näher zusammen, doch die kann sie niemals verbinden. Sie sagt nur die Wahrheit, aber niemals was wir wirklich meinen. Ihr beide braucht sie nicht mehr. Den nächsten Schritt könnt ihr nur ohne sie gehen. Die Box muss zurück und einem andere seinen Dienst erweisen, Seelen in Einklang zu bringen.“

Dazu hier ein kleines Bild von Irelaw (Leider nicht so gut, weil Buntstifte, schlechte Kamera + Unvermögen) 
Spoiler:


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Re: Illusion Magazin #1: Märchen

Beitrag von Akeem am 27.06.16 16:45

Wenn schon jemand eine Idee für nächsten Monat hat, was das Thema angeht, sagt bescheid!
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Re: Illusion Magazin #1: Märchen

Beitrag von Akeem am 28.06.16 14:44

Ideen, die mir in den Sinn kamen:
Musik, Landleben, Träume

Wenn jemand noch eine Idee hat, sagt bescheid. Ansonsten werde ich vermutlich einfach eins von den Themen auswählen. ;)
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Re: Illusion Magazin #1: Märchen

Beitrag von Philodoof am 28.06.16 19:52

Ich mag es lieber, wenn ich so ein bisschen was vorgegeben bekomme. Das verleiht dem ganzen einen gewissen Reiz, macht es zu einer gewissen Challenge. ^^ Wenns nach mir ginge, könntest du auch gerne noch das ein oder andere Wort vorgeben, das vorkommen muss. :D Also mag ich selbst keine Idee vorschlagen und nehme lieber eine deiner Ideen, oder die Idee eines anderen auf. :-)
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Re: Illusion Magazin #1: Märchen

Beitrag von Saddy-chin am 28.06.16 20:51

Ein bestimmtes Wort ist eine gute Idee. Hat was herausforderndes. Order mehrere Wörter. Jetzt nicht die Zusammenhanglosesten, aber auch nichts zu einfaches. Was hälst du davon?
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Re: Illusion Magazin #1: Märchen

Beitrag von Akeem am 28.06.16 22:36

Wie genau meint ihr das? Habt ihr konkretere Beispiele?
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Re: Illusion Magazin #1: Märchen

Beitrag von Saddy-chin am 28.06.16 23:18

Ähm... Ich nehme ein ganz banales Beispiel:
Wind, Erdbeeren, Licht, Katze.
und dann müsste man daraus etwas machen.
wie ein Bild auf dem eine Katze an Erdbeeren riecht, mit Deckenlampe das Licht von Oben gibt und beim Fenster sieht man, dass der Wind weht.

Oder zum schreiben...

Es war einmal eine kleine Katze. Die kleine Katze war sehr hungrig und das Licht der Sonne, zusammen mit der Hitze, machten jeden ihrer Schritte ermüdender. Plötzlich wird sie mit einem kühlen Wind gesegnet, der die Hitze etwas erträglicher macht. Erdbeeren! Der Wind trägt den Duft von Erdbeeren mit sich! Schnell und voller Energie lief die Katze in die Richtung ,aus der der Duft kam und direkt hinter dem nächsten Hügel lag ein wunderschönes, großes Erdbeerfeld.

verstehst du? sowas halt. Sind jetzt nur ganz banale Ideen, aber... weißt du was ich meine?
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Re: Illusion Magazin #1: Märchen

Beitrag von Philodoof am 28.06.16 23:58

Ja so meinte ich es auch - und zwar war der Vorschlag sogar ursprünglich in Kombination mit einem Thema gedacht.

z.B. bei Märchen hätte man vorgeben können:
Zwerg
Schwester
Schnee

Aber losgelöst davon wäre auch okay.
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Re: Illusion Magazin #1: Märchen

Beitrag von Akeem am 29.06.16 0:17

Hm. Das wäre machbar. Allerdings bräuchten wir dann eine Interessante Kombination. Jemand eine Idee?
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Re: Illusion Magazin #1: Märchen

Beitrag von Sakyo am 29.06.16 21:10

Ich hab hier ein kleines Bildchen, da ich mich endlich mal dazu überreden konnte nach Monaten mal wieder einen Stift in die Hand zu nehmen ^^'

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Re: Illusion Magazin #1: Märchen

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