Ein kleines Dankeschön an Akeem

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Ein kleines Dankeschön an Akeem

Beitrag von Todd am 19.02.18 23:05



Es ist jetzt fast einen Monat her, dass uns bei einer abendlichen Diskussion im Chat der Gedanke gekommen ist, dass einer gewissen Person im Forum mal ein ordentliches Dankeschön ausgesprochen werden sollte.
Und diese gewisse Person ist, wie ihr sicherlich bereits dem Titel entnehmen konntet, Akeem ;)
Wir sind der Meinung das er bei Problemen mit dem Forum immer schnell und hilfreich zur Verfügung steht. Ganz zu schweigen von den Events und Wettbewerben, welche er immer wieder für uns organisierst.

In diesem Sinne möchte ich also im Namen aller Forums Nutzer ein großes Dankeschön für deine geleistete Arbeit und den Aufwand, den du dir machst aussprechen Akeem. Wir wissen das alle sehr zu schätzen und hoffen das du uns auch in Zukunft weiter erhalten bleibst. :)

Es folgen nun noch ein paar persönliche Beiträge alle derjenigen die sich gern hieran beteiligen wollten:
Xyrinea:
Es war einmal eine einsame, gelangweilte Katze. Sie wünschte sich einen Ort an dem sie mit anderen RPGs spielen könnte. Lange suchte sie im Internet nach einem passenden Ort. Traurig und kurz vor dem Aufgeben beschoss sie einem letzten Forum eine Chance zu geben.
Sie sah sich im Illusion Forum um und fühlte sich sofort Wohl. Alle waren Nett und Hilfsbereit besonders die Admins. So verbrachte sie viele schöne Stunden und freute sich immer wenn sie nach hause kam. Doch wie das leben so spielt zogen Dunkle wolken über das Leben der Katze und das Mäuse fangen wurde schwer. Sie hatte keine Zeit mehr zu kommen und zu spielen.
Zwei jahre war ihr leben ein harter kmpf doch schlißlich kehrte die Sonne zurück und mit ihr wurde es leichter. Voller freude kehrte sie in das Forum zurück und wurde wieder mit offenen Armen empfangen. 
So kann sie nun nach erfolgreicher Jagt ihre Abende mit fröhlichem RPG schreiben verbringen und dafür ist sie den fleißigen Admins sehr dankbar.
Saddy-chin:
Sonnenaufgang.
Er stand auf dem Balkon seines Turmes und blickte über das Königreich. Bald schon SEIN Königreich! Und es wuchs und gedeihte so schön! Breitete sich aus! Wie Unkraut! ... Okay, schlechter Vergleich. Themenwechsel.
"Herr Minister? Schmieden Sie schon wieder Pläne das Königreich-", erklang die Stimme hinter ihm. Hastig drehte er sich um und legte einen Finger auf Ezs Lippen. 
"Sssh."
"Äh, Herr-"
"Ssssssh! Nicht vergessen. Das ist unser kleines Geheimnis."
"Herr-"
"Ich hab SSSCH gesagt!"
"Hinter Ihnen."
Mit einem Keuchen drehte er sich um und sah zu dem Commander. Dieser hob fragend eine Braue. Der Minister räusperte sich und winkte den Commander zu sich, nur um ihn in seinen Plan einzuweihen. Er vertraute dem Commander, das zu recht. Denn dieser sicherte ihm seine Unterstützung und Treue zu. Natürlich würde er das auch für sich behalten. Es sollte schließlich nicht jeder wissen, dass er plante die Herrschaft des Königreichs an sich zu reißen. Vor allem nicht die Königin und die anderen beiden Ministerinnen. 
Die Königin unternahm viele Reisen im Ausland, weshalb die Regierung sowieso bei den Ministern lag... Doch die meiste Arbeit machte er. Neuzugänge waren sogar im Glauben, dass ER der König war. Noch nicht, aber das würde sich noch ändern!
"Herr Minister, Sie grinsen wieder so verschlagen. Das ist sehr verdächtig", wies der Hauptmann - entschuldigung, die Hauptfrau hin. Er schlug mit der Hand auf seinem Mund und sah sich unauffällig um. Okay. Niemand hatte etwas bemerkt. So musste es bleiben.

Vormittag.
Er saß in der Bibliothek vor ein paar geheimen Schriftrollen. Sie zeigten Magie und Beschwörungen verschiedenster Schattenkreaturen. Sie wären unbesiegbar und der Schlüssel zur Machtergreifung. Oder vielleicht doch ein Fluch für die Königin? Etwas harmloses, ja. Dann könnte er das Reich übernehmen und die Herzen der Bewohner gewinnen. Und würde ihm erst einmal das Königreich zu Füßen liegen, wäre es ein Leichtes die Weltherrschaft an sich zu reißen! Er konnte sich schon sehen, vor ihm die jubelnde Menschenmasse! Die im Chor seinen Namen riefen!
"Herr Minister?", erklang eine Stimme vor ihm. Mit einem überraschten Schrei wich er zurück und kippte rücklings mit dem Stuhl zu Boden. Der oberste Beschwörer beugte sich mit gehobener Braue über ihn, ehe er sich den Schriftrollen zuwandte.
"Phil, fass das nicht an!"
"Herr, ich hoffe Ihr wisst, dass diese Beschwörungen alle verbotene Künste sind?"
"D-D-Das hat nichts damit zu tun! Das... Das sind sehr trickreiche Beschwörungen. Sehr schwer, also-"
"Nein."
"... Nein?"
"Nein. Sind sie nicht. Also nicht so sehr. Ein Meister der Beschwörungen könnte das ohne Probleme alles machen. Die Schattenhunde. Die Finsterkatzen. Und auch die schwarzen Schmetterlinge."
Er schloss grübelnd die Augen und stand wieder auf, während Phil weiterhin die Schriftrollen studierte. Phil war sein oberster Beschwörer... Es wäre gut in an Bord zu haben... Und er konnte ihm vertrauen. Immerhin fungierte er auch als der Autor seiner Biographie. Ihm musste er alles früher oder später anvertrauen. Und so weihte er den Mann in seine Pläne ein. Er vertraute ihm zurecht. Immerhin gelobte er ihm die Treue und Unterstützung. Er würde es auch für sich behalten. Es sollte schließlich nicht jeder wissen, dass er plante die Herrschaft des Königreichs an sich zu reißen. Niemand sollte es bemerkten. So musste es bleiben.

Mittag.
Wie sehr er es liebte, wenn die Mittagssonne den Marktplatz erhellte. Es zeigte ihm, wie wunderschön sein zukünftiges Reich wirklich war. Zwar reisten viele herein, ließen sich dann nicht sonderlich blicken.... Aber verglichen mit anderen Königreichen war es ein friedliches und belebtes Fleckchen, wo jeder Bewohner seinen Aufgaben nachging und Neuzugänge herzlichst empfangen wurden. Das war schon beinahe herzerwärmend. Vielleicht sollte er das Reich umbenennen, sobald er es regierte. Vielleicht Ak-
"Herr Minister?", riss eine Stimme ihn aus den Gedanken. Er machte einen Satz zur Seite und blickte eine seiner Offiziere... Offizierinnen... was auch immer verwundert an. 
"Xyr, der schwarze Seraphim! Wie kannst du es wagen mich so zu erschrecken?!"
"Verzeiht, Herr Minister. Ihr wärt beinahe gegen den Brunnen gelaufen. Ihr wart so in Gedanken versunken. Man könnte fast meinen Ihr schmiedet einen hinterlistigen Plan."
Er verengte die Augen ein wenig und beugte sich zu dem Seraphim. "Wie viel weißt du?"
"Bitte?"
"Dass ich das Königreich an mich reißen möchte. Wer hat es dir gesagt?"
"... Ihr. Genau in diesem Moment...", antwortete sie.
Sofort zuckte er zurück und sah sich um. Niemand schien seine Worte sonst bemerkt zu haben. Sie bemerkte seine Panik und versuchte ihn zu beruhigen, sprach davon, wie er praktisch schon der König des Reiches war. Davon, wie sie loyal an seiner Seite stehen würde und mit ihrem Schwert in den Kampf stehen würde. Sie versicherte ihm natürlich auch Verschwiegenheit, es sollte schließlich nicht jeder davon wissen. Niemand sollte es bemerken. So musste es bleiben.

Nachmittag.
Verärgert stapfte er im Thronsaal auf und ab. Seine Hofmagierin Cal stand etwas verwirrt am Rande des Geschehens, nicht wissend was falsch gelaufen war. Natürlich nicht! Immerhin war nicht sie die Kriminelle gewesen! Sie hatte davon gewusst, war auf ihn zugekommen und hatte ihn gefragt, wann er was geplant hatte. Damit sie sich darauf vorbereiten konnte. Dabei hatte er ihr nichts erzählt!
"Ihr habt mich rufen lassen, Herr Minister?", kam es von der Hofmagierin Mai. Abrupt wandte er sich zu ihr und deutete auf Cal.
"Du hast mir Verschwiegenheit geschworen. Du würdest niemandem davon erzählen."
"Ich habe auch niemandem davon erzählt... Außer Cal."
"Damit hast du jemandem davon erzählt!"
"Aber... Ich habe vor Cal keine Geheimnisse. Wir sind die beiden Hofmagierinnen. Wir teilen alles zusammen."
"Mai. Ich habe dir vertraut", kam es empört von ihm. Cal zuckte mit den Schultern.
"Hey. Das ist doch nichts Schlimmes. Zwei verbündete Hofmagierinnen zum Preis von einer."
Das... klang verlockend. Und gar nicht einmal so schlecht. Cal und Mai machten alles miteinander. Zusammen waren sie unschlagbar. Noch dazu hatte auch Cal schon mehrere Male ihre Treue und Verlässlichkeit bewiesen... Na gut. Dieses Mal würde er ein Auge zudrücken. Es würde niemand sonst bemerken. So musste es bleiben.

Abend.
Und so ging ein weiterer Tag zu Ende. Er saß mit einem Buch im Salon und lauschten den Klängen der Bardin Sad... Eine seltsame Kreatur die sich für einen Panda hielt, pah.
Wie dem auch sei, der Tag hatte ihre Höhen und Tiefen gezeigt. Doch am Ende stand er immer noch. Seine Verbündeten an seiner Seite, unter ihnen kein einziger Verräter. Und sein Geheimnis weiterhin gut gehütet, wie ein-
"Herr Minister?"
Er sah von seinem Buch auf und hob fragend eine Braue.
"Ihr Plan das Königreich an sich zu reißen-"
"Was?! Woher weißt du davon?!"
"Herr Minister... Sie denken laut. Das ganze Königreich weiß bereits davon... Na gut, die meisten."
Was für ein Schock. Alle sollten es wissen? Unmöglich! Meuterei! Heuchlerei! Fake News! Er war immerhin der gerissenste Minister von allen! Ein Genie! Niemand würde ihm einen Strich druch die Rechnung machen können! Haha... Hahahaha... MUAHAHAHAHAHAHA- *hust hust hust*
"Herr Minister... Sie denken immer noch laut."
"Ach, von wegen! Wieso sollte ich dir Glauben schenken! Nur weil du klein, dick, plüschig und weiß bist, schwarze Arme, Beine und Augenringe hast denkst du du wärst ein Panda. Ich lasse mich von dir nicht beeinflussen. Ich bin immerhin...

maineel und Caliane:


https://i.imgur.com/1k63sy9.png
EzraGallagher:


https://i62.servimg.com/u/f62/17/99/28/01/unbena10.jpg
Todd:


https://abload.de/img/amalocarisinor2.jpg
Philodoof:
Folgt in einem extra Beitrag da Phil es ja unbedingt übertreiben musste und das Forum meint das der Beitrag sonst zu lang wird ;)


(Wusste nicht wo ich es hinposten sollte. Ich hoffe es ist in Ordnung das ich das hier rein gepackt habe.)


Zuletzt von Todd am 19.02.18 23:27 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Ein kleines Dankeschön an Akeem

Beitrag von Todd am 19.02.18 23:06

Und Phils Geschichte:

Spoiler:


Like A Monster – Free Akeem

White kratzte sich nervös mit dem Zeigefinger unter dem Auge wo sein neues Tatoo prankte. Bis vor kurzem wurde diese Stelle von einer „11“ geschmückt, aber er hasste dieses Tattoo einfach zu sehr, schließlich war es nicht viel mehr als eine Brandmarkung für ein Versuchsobjekt. 

Er hatte einen guten Tätowierer im Untergrund ausfindig gemacht, der White versicherte, dass man die Elf leider zwar nicht entfernen, aber so durch zusätzliche Nadelstiche ergänzen konnte, dass daraus ein anderes Motiv wurde. White erbat sich daraufhin zunächst etwas Bedenkzeit. Sein erster Gedanke waren zwei Schlangen, aber auch das stand einfach zu sehr in Zusammenhang mit einer Vergangenheit, an die er nicht mehr bei jedem Blick in den Spiegel denken wollte. Vor ein paar Tagen schließlich, bei der Einweihungsfeier des neuen Akuma-Geheimverstecks, auf der viel Alkohol floß, überredete Lee White dazu, aus der Elf zwei Seepferdchen zaubern zu lassen. 

Das neue Tattoo juckte White jedenfalls immernoch. Speziell in Momenten, in denen er sich unter Stress fühlte. Jetzt fühlte er sich gerade unter Stess, denn er hatte seine Akuma im Wohnzimmer versammelt, um mit ihnen die Vorbereitungen für die nächste Mission abzusprechen. Okay, das war nicht ganz richtig. Eigentlich hatte Yuu sie im Wohnzimmer versammelt und ihn dazu gedrängt, mit ihnen ein kurzes Briefing abzuhalten. White wusste selbst nicht, weshalb ausgerechnet er der Anführer war. Er hatte nicht die Persönlichkeit für eine solche Aufgabe, ganz im Gegensatz zu Yuu. Ihm kam es manchmal so vor, als wäre er unüberlegt in diese Rolle hineingeschrieben worden, aber das war ein abstruser Gedanke, den er abzuschütteln pflegte. Dann fing er an:
„So…Jungs…und äh…Mädels…“ Er ließ seinen Blick durch die Runde schweifen und prüfte ob alle da waren. Yuu stand neben ihm. Saeko lehnte an der Wand und wetzte ihr Schwert. Souji lehnte gleich neben ihr an der Wand und wetzte ebenfalls sein Katana, was Saeko nun bemerkte und ihn ankeifte. „Souji! Das ist kein Training! Du musst dein Katana nicht auch wetzen! Außerdem benutzt du es doch ohnehin nie!“ White seufzte leise. Lee, Sora und Tim saßen auf der Couch. Lee hatte gerade Siddharta von Hermann Hesse aufgeschlagen, und schüttelte gelegentlich den Kopf oder nickte zustimmend, während ihr ein selbstgemachtes Nackenkissen aus Asbest das Genick warm hielt. Sora starrte ihn unsicher an, und hielt verkrampft das Sofakissen in den Händen. Und Tim hatte schon wieder diesen Blick im Gesicht. So als würde er mit irgendeinem Problem hinter dem Berg halten. Ignis saß auf dem Fußboden und meditierte. Und Daichi? „Wo ist denn dieser Daichi schon wieder?“, entfuhr es White. Lee blickte gar nicht vom Buch auf, holte einmal mit dem Arm aus und schlug mit dem Ellbogen neben sich. „Auauauauauau!“ Dann wurde zur anderen Seite von ihr Daichi auf dem Sofa sichtbar, der sich halb lachend, halb vor Schmerz stöhnend den Bauch hielt. White seufzte erneut. 
„Also…ähm…ich habe mit Yuu über alles gesprochen, er wird euch alles wichtige mitteilen.“ Bevor Yuu widersprechen konnte, hatte sich White schon in den Sessel gesetzt und alle schauten Yuu an. Diesmal war es Yuu, der seufzte. „Also gut…wir haben uns nun lange genug bedeckt gehalten. Nachdem wir das alte Hauptquartier halbzerstört und enttarnt zurücklassen mussten, ist viel Zeit vergangen.“ Bei dem Wort zerstört, schaute er insbesondere Tim an und der schaute beschämt weg. „Es war nicht leicht, aber wir haben ein neues, größeres und besseres Hauptquartier auftreiben können, in dem für alle ausreichend Platz ist und das mehr als genügend Platz für weitere Neuzugänge bietet. Außerdem haben wir, wie ihr wisst mehr als einen Trainingsraum und diverse andere Zimmer zur Verfügung. Und auch wenn der Trainingsraum A im Erdgeschoss sehr stabil errichtet wurde, möchte ich dich, Ignis bitten, künftig in den Isolationsraum zu gehen, wenn du Feuerattacken trainieren möchtest. Wir können nicht jeden Tag einen neuen Sandsack kaufen!“ „Hai!“, versprach Ignis. „Aber das gilt für alle. Ich habe es beim Wohnungsbezug schon einmal gesagt. Bitte! Geht! Pfleglich mit unserem neuen Hauptquartier um! Er ist eine Spende von unserem neuen Investor! Er hat viel Geld in dieses Projekt gesteckt und er möchte Ergebnisse sehen – nicht Zerstörung!“ „Wer ist denn nun eigentlich dieser Investor! Mir gefällt die Sache nicht! Ich arbeite nicht gern mit Leuten oder für Leute, die ich nicht kenne!“, protestierte Saeko. Viele der anderen Akuma nickten zustimmend. „Das darf ich nicht sagen!“, meldete sich White nun wieder zu Wort und alle drehten den Kopf zum Sessel. „Wie dem auch sei!“, würgte Yuu die aufkeimende Debatte ab. „Wie ich vorhin sagte. Er möchte Ergebnisse sehen. Es ist Zeit für unsere nächste Gruppenmission! Unsere erste Mission, seitdem wir wieder vollzählig sind!“ Dabei schaute er insbesondere Saeko und Souji an, die zu finden und wieder ins Team zu bringen sie über 2 Jahre gekostet hatte. „Wieder einmal gilt es einen Sozoha zu befreien, an dem Experimente durchgeführt werden. Er ist unter dem Namen Akeem bekannt. Über seine genauen Fähigkeiten und seinen Kemono weiß ich nichts, aber man hat mir versprochen, dass er eine wertvolle Ergänzung für unser Team werden wird. Davon abgesehen, sind Sozohas es grundsätzlich wert, solange sie nicht für die Feinde arbeiten, dass wir uns für sie einsetzen, wenn sie in Not sind.“ Es herrschte noch etwas Skepsis im Raum, dann ergriff Sora überraschend das Wort. “Jeder von uns hat doch auf die ein oder andere Weise Leid erfahren. Einige von uns sogar auf eine sehr ähnliche Weise!“, Sora hatte nun Tränen in den Augen „ihr könnt doch nicht ernsthaft hinnehmen wollen, dass gerade jetzt in diesem Augenblick einer wie wir an einem Versuchstisch gekettet liegt und Höllenqualen leidet!“ Sora war puterrot im Gesicht und sie wischte sich eine Träne weg. Mit einem Mal herrschte große Zustimmung. Diese bewegenden Worte hatten alle bis auf den letzten Akuma bis tief in die Seele erreicht. Außerdem half der Umstand, dass Sora die einzige in der gesamten Gruppe war, die jeder mochte. Sie hatte auch alle mindestens einmal mit ihren Heilfähigkeiten von großen Schmerzen erlöst und sich so eine Menge offener oder je nach Persönlichkeit insgeheimer Dankbarkeit in der Gruppe erworben. 

„Überwachungszentrale an Einrichtungsleiter Mamashi, Überwachungszentrale an Einrichtungsleiter Mamashi, bitte kommen!“ „Ich hoffe es ist etwas verdammt Wichtiges! Ich war gerade kurz davor eine neue Bestleistung bei Flappy Bird aufzustellen!“, brüllte ein ungehaltener Mamashi in das Intrakommunikationsgerät. „Ähm, ich weiß nicht recht…aber ich glaube schon…sie sagten , ich solle ihnen sofort Bescheid geben, wenn im Versuchslabor irgendetwas schiefläuft…“ „Was soll das heißen, sie glauben schon?! Hat wieder mal einer dieser Bastarde ein Blutbad angerichtet?“ „Ähm…nein…nicht direkt…am besten sie schauen es sich selbst an.“

Schnellen Schrittes näherte sich Mamashi dem Versuchslabor. Er hörte von Weitem die Stimmen von Dr. Kamura und Dr. Orito…und sie…lachten…was hatte das zu bedeuten? Er nahm sich eine Armbrust mit einem Betäubungsbolzen zur Hand…zögerlich öffnete er die Tür…Akeem, das neue Versuchsobjekt, lag noch immer fixiert auf dem Versuchstisch…aber er schien wach zu sein. Die Betäubungsdosis war offenbar nicht stark genug gewesen. Derweil krümmten sich die Forscher zur Musik von 99 Luftballons auf dem Fußboden…sie spielten Twister. Hinako Kamura sah ihn fröhlich an, obwohl ihr linker Arm und ihr rechtes Bein, so unnatürlich verdreht waren, dass sie mindestens zweimal gebrochen sein mussten. „Oh, Sie sind es, Chef! Wollen sie mitspielen? Kommen Sie! Es ist noch genug Platz für einen dritten Spieler!“ Mr. Mamashi starrte mit offenem Mund auf das Szenario…dann hatte er den Eindruck, als hätte er aus dem Augenwinkel eine Bewegung auf dem Versuchstisch gesehen. Geistesgegenwärtig drehte er sich zu Akeem und richtete mit derselben Bewegung die Armbrust aus, um ihm den Betäubungsbolzen in den Oberarm zu schießen. 

Die Akuma waren schon geschlagene 40 Minuten unterwegs. Saeko saß am Steuer und Souji auf dem Beifahrersitz, die beiden waren miteinander in ein Zwiegespräch über die neuesten Ereignisse in „Super Ishida Z“ vertieft, bei dem die anderen sowieso nicht mitreden konnten. Die restlichen Akuma saßen im hinteren Bereich des Kleinbusses und schwiegen sich hauptsächlich an. Doch Daichi hatte davon nun genug. „Hey, Leute, lasst uns doch zusammen was singen! Was haltet ihr davon?“ Er schaute erst White und Tim an, aber keiner von beiden antwortete. Sie taten so, als hätten sie nichts gehört und schauten nun besonders intensiv aus dem Fenster…als wären sie gebannt von dem was es da draußen zu sehen gibt…ein Baum…wieder ein Baum…noch ein Baum…! Dann richtete er den Blick auf Lee, doch als sie seinen Blick merkte, zog sie ihr Buch schlichtweg etwas höher, um den Blickkontakt komplett abzuschirmen. Dann richtete sich Daichi an Sora. „Och bitte, Sora, bitte, bitte! Etwas Unterstützung für den lieben Daichi!“ „Es tut mir furchtbar Leid, Daichi, aber ich traue mich nicht vor anderen zu singen!“ Daichi musste das akzeptieren, aber geschlagen gab er sich noch nicht. „Ignis? Wie wäre es? Wir können auch „Eye of the Tiger“ singen, etwas Motivierendes!“ „Das ist kein Spaßausflug, junger Mann! Wir können hinterher singen! Ich kann an nichts anderes mehr denken, als an den bevorstehenden Kampf!“ Daichi machte einen Schmollmund. „Zumindest was den ersten Teil angeht, muss ich Ignis überraschenderweise zustimmen, Daichi“, meldete sich nun auch Yuu zu Wort, „das ist wirklich kein Spaßausflug. Außerdem singe ich nicht gerne.“ Daichi wirkte überrascht. „Jetzt bist du aber nicht ehrlich! Du singst doch jeden Tag!“ „Nein, tue ich nicht!“, wurde Yuu nun etwas bestimmter. „Doch sicher!“, widersprach Daichi, „jeden Morgen unter der Dusche!“ Yuu wurde mit einem Mal puterrot im Gesicht und alle schauten ihn erstaunt an. Selbst White und Tim, die bisher vorgegeben hatten, von alledem nichts mitzubekommen, hatten nun Yuu fixiert. „Sieh an, Mr. Selbstkontrolle singt also unter der Dusche!“, feixte Ignis. Dass dies kein Spaßausflug sei, geriet für Ignis auf einmal völlig in Vergessenheit. Ignis hatte schon so oft von Yuu verbal einstecken müssen, dass er sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen konnte. „Und was singst du so unter der Dusche, wenn du mit deinem Körper alleine bist? „All the Small Things?!“ von Blink-182!“ rief Saeko laut und spöttisch von der Fahrerkabine nach hinten, woraufhin mehrere lachende und glucksende Stimmen zu hören waren. Yuu wurde nun langsam ein bisschen wütend. „Nein, nicht das Lied. Heute morgen hat er „Daddy Cool“ gesungen, von Boney M.!“, antwortete Daichi auf Saekos „Frage“. Wieder mussten viele lachen. Sora die gerade etwas trinken wollte, verschluckte sich so sehr dabei, dass alle noch viel mehr lachen und Tim ihr auf den Rücken klopfen musste. Yuu fühlte sich mit dieser gesamten Situation zunächst ziemlich überfordert. Vor lauter Schamgefühl konnte er kaum klar denken. Erst jetzt meldete sich sein Verstand wieder zurück. „Mo-moment mal! Wie kommt es eigentlich, dass nur du mich bisher unter der Dusche singen gehört hast, und sonst keiner?! Wenn man es bis in den Flur hören würde, dann hätten doch auch andere mal etwas mitbekommen müssen!“, Yuu fixierte Daichi ernst und auch alle anderen Augen, die nicht auf die Straße gerichtet werden mussten, waren nun auf Daichi gerichtet. „Hast du etwa an der Badezimmer-Tür gelauscht!“, schob Yuu drohend hinterher. „Ach nein, Yuu. Ich weiß doch, dass man nicht an Badezimmertüren lauscht! Das würde ich nie tun!“ Die Blicke wandten sich wieder von Daichi ab. „Ich war bloß auch im Badezimmer als du geduscht hast, da habe ich dich laut und deutlich hören können.“ Und schon hafteten die Blicke wieder alle auf Daichi. „BLOß?? ALS OB DAS MORALISCH BESSER WÄRE!!!“, entfuhr Yuu eine Woge des Zorns und er versetzte Daichi einen kleinen Stromstoß. Dass Daichi bei den Worten nicht das geringste bisschen Schuldbewusstsein zeigte, sondern freundlich lächelte, machte Yuu nur umso wütender. Selbst White, der Yuu wohl am längsten und besten von allen kannte, hatte Yuu noch nie so aus der Haut fahren gesehen. „Das hat weh getan!“, jammerte Daichi, dessen Frisur nun an die von Korad Stöckel erinnerte. „Gut! Das sollte es auch!“, entgegnete Yuu. „Ich verstehe nicht, weshalb du so sauer auf mich bist“, klagte Daichi, „die anderen regen sich doch auch nicht so auf!“ „Warum sollte es sie auch stören, dass du mich beim Duschen beobachtet hast, die finden das natürlich alle waaahnsinnig witzig!“ echauffierte sich Yuu grimmig…jetzt weiß ich auch, warum ich dich nie aus dem Bad kommen gesehen habe, wenn du vor mir duschen warst…dachte Yuu bei sich. „Aber ich war doch auch schon im Badezimmer während die anderen geduscht haben. Ich muss doch meine Fähigkeiten trainieren. Und die sind nicht sauer.“ Whites Gesichtausdruck hatte noch nie seinem Namen solche Ehre gemacht. Sora wurde rot und hielt sich die Hände vor das Gesicht. Tim murmelte etwas vor sich hin und wippte bebend vor und zurück. Lee wollte gerade mit dem Buch zu einem Schlag ausholen, da bremste es ruckartig und Lee flog mitsamt Lektüre flog quer durch den Kleinbus. Noch ehe sich alle von der Schleuderung erholt hatten, hatte Saeko die Seitentüre zu den hinteren Sitzen aufgerissen, durchtrennte mit einem einzigen Hieb Daichis Gurt und schliff ihm aus dem Kleinbus. Sie schliff ihn gut 50 Meter in die Landschaft hinein, stieß ihn mit dem Rücken heftig gegen einen Baum und hielt ihm ihr Schwert an die Kehle. Tim, Sora und Lee blieben zunächst im Auto zurück. Während Sora Lees leichte Verletzungen behandelte, war Tim damit beschäftigt sich autosuggestiv zur Beherrschung zu überreden. Die anderen waren inzwischen ausgestiegen, um nach dem Rechten zu sehen. Und was sie sahen, wirkte sehr brenzlig. Als sie dann noch die Worte „…bist du tot!“ hörten, handelte White so schnell er konnte. Durch den Vorteil der Überraschung, gelang es ihm Saeko, ohne sie oder Daichi zu verwunden, zu entwaffnen. „Nicht Saeko! Natürlich war es falsch, was Daichi getan, aber es ist nicht so schlimm, dass du ihn gleich töten musst. Außerdem ist er einer von uns und er weiß es doch nicht besser!“ „Ich hatte nicht vor ihn zu töten, White! Du solltest mich besser kennen. Ich habe ihm nur gedroht, dass ich ihn beim nächsten Mal töten werde! Einer hier, verdammt noch mal, muss dieses Riesenkind endlich mal ein wenig erziehen!“ „Und du glaubst, dass die Drohung mit dem Tod eine besonders gute Erziehungsmethode ist?!“ fragte White zurück. „Also Souji habe ich während des Trainings auch schon mehrmals mit dem Tod gedroht, und hat es ihm geschadet?!“ schnaubte Saeko und wandte sich von White ab, der fassungslos dastand. „Warum bist du eigentlich als einziges nicht sauer darüber, dass Daichi dich beim Duschen beobachtet hat?“ fragte Yuu Ignis, der am Straßenrand ein paar Steigerungsläufe machte, um die Zeit sinnvoll zu nutzen. „An meinem Körper gibt es nichts, dessen ich mich schämen würde. Außerdem haben mich die meisten von euch doch schon am zweiten Tag nackt gesehen. Und da ist doch nichts dabei. Ich hätte nichts dagegen, wenn wir eine Gruppendusche hätten, und alle gemeinsam duschen würden“, antwortete der Feuersozoha mit ruhiger Stimme „das würde bestimmt das Gemeinschaftsgefühl stärken.“ „Das hättest du wohl gerne“, zischte Lee, die das Gespräch mitbekommen hatte, und zog Sora instintiv von ihm fort. 

Nachdem sich die gröbste Missstimmung gelegt hatte und viele einen kleinen Beruhigungsspazierung gemacht hatten, setzten sie ihre Reise wieder weitgehend schweigend fort. Wenige Minuten bevor sie ihr Ziel erreicht hatten, räusperte sich Yuu und ergriff das Wort. „Also nochmal zur Erinnerung: wir machen es wie abgesprochen. 2 wesentliche Gruppen. White, Souji und Daichi kommen mit mir in die Forschungsanlage. Wir sind das Stealth-Team. Das heißt, ihr verhaltet euch so unauffällig wie möglich.“ Wieso darf ich eigentlich nicht ins Stealth-Team?“, platzte Ignis dazwischen. „Weil du dich geweigert hast, etwas anderes anzuziehen, als deinen auffälligen Kampfanzug…“, erteilte Yuu ihm postwendend eine Abfuhr. „Ihr anderen fünf, ihr werdet draußen warten. Es wäre gut, wenn wir möglichst schnell verduften könnten, sobald wir mit diesem Akeem aus der Anlage kommen. Außerdem: wenn bei uns da drinnen etwas schief geht, muss ich mich auf euch da draußen verlassen können! Ihr seid das Cover-Team!“ Dann meldete sich Saeko zu Wort „Mach dir keine Sorgen, Yuu, ich werde schon dafür sorgen, dass alle ihren Job gut machen.“ „Du bist sicherlich sehr attraktiv, Saeko, aber ich denke man sollte doch lieber dem erfahreneren und besseren Kämpfer die Verantwortung für das Cover Team übertragen.“, widersprach Ignis. Die beiden funkelten sich an und Saeko war kurz davor, Ignis an den Hals zu springen und ihm zu zeigen, wer der stärkere ist, da erhob Yuu wieder die Stimme. „Schluss damit! White und ich haben das längst abgesprochen. Sora! Du wirst das Kommando übernehmen!“ „Was, ich?“, rief Sora ungläubig, während Saeko und Ignis fassungslos dastanden. White kam Yuu zur Hilfe: „Für Aufgaben wie diese ist Muskelkraft irrelevant. Es kommt auf die Persönlichkeit an.“ Sora stammelte: „Aber ich bin so viel unerfahrener und…“ Yuu würgte sie ab: „und du bist eine ausgezeichnete Heilerin! Was zeichnet alle Art von guten Heilern aus? Dass sie innerhalb von sehr kurzer Zeit die bestmöglichen Entscheidungen treffen können, um möglichst viele Leben zu retten!“ Sora wusste nicht, ob sie sich über dieses Kompliment freuen, oder wegen der ungewohnten Verantwortung die Haare raufen sollte. Aber sie würde ihr bestes versuchen. 

Es war gerade Mittagszeit, als Mr. Mamashi wie üblich mit seinem Butterbrot und der Tageszeitung auf einer Parkbank in einer Allee vor der Forschungseinrichtung Platz nahm. Plötzlich sprach ihn ein junger Mann an. „Entschuldigen Sie die Störung! Darf ich ihre Brille mal sehen?!“, Yuu kratzte sich an der Schläfe, „das ist ein ungewöhnliches Modell! Zumindest da wo ich lebe! Ich bin nur wegen eines Ausfluges in Yokohama. Sonst bin ich ein Optiker oben in Akita.“ Verwundert nahm Mr. Mamashi seine Brille ab und streckte sie dem Fremden entgegen. „Vielen Dank!“ sagte Yuu mit einem Lächeln auf den Lippen. „Wussten sie eigentlich, dass viele Brillengestelle Strom leiten?!“ Mr. Mamashi schaute nun noch verwirrter. Dann berührte Yuu die Brille mit zwei Fingern und es zischte einmal kurz. „Ach, sie wollen ein Mittagsschläfchen halten, dann will ich sie nicht weiter stören. Ich wünsche ihnen noch einen schönen Tag!“ 

Daichi kam nun an Yuu’s Seite geeilt. „Wie White’s Informant es gesagt hat, um diese Zeit würde Mr. Mamashi, der Chef der Forschungseinrichtung auf dieser Bank Platz nehmen. Okay, bisher hat alles geklappt, wie ich es vorausberechnet habe. Prima! Schau ihn dir gut an, Daichi – aber nicht unter seine Kleidung!“ Daichis Augen scannten über den bewusstlosen Körper von Mr. Mamashi. Anfangs hatte dieses Prozedere immer eine ganze Weile gedauert. Gerade bei noch unbekannten Personen. Und oft waren die Ergebnisse früher unbefriedigend. Aber seitdem sie herausgefunden hatten, dass Daichis Fähigkeit nicht die Unsichtbarkeit war, sondern die Gestaltwandlung und die Unsichtbarkeit nur eine Extremform seiner Fähigkeiten, hatte er jeden Tag trainiert. Es kam ihm nicht mal wie Training vor, wenn er sich Streiche ausdachte, die er anderen spielen konnte, indem er sich als jemand anders ausgab. Und da er den Wunsch hegte, seine Streiche immer besser und glaubwürdiger umzusetzen, kamen die Verbesserungen von ganz alleine. Nach etwa 2 Minuten sagte Daichi. „Okay, ich denke das genügt.“ „Gut, dann weißt du, was du zu tun hast.“

Daichi nahm Mr. Mamashi die Zeitung aus der Hand, seine Gestalt an und schlenderte auf das Firmengelände zurück. Spielend leicht passierte er den Retinascan an den Toren. Der Portier im Eingangsbereich grüßte ihn und Daichi entgegnete diesen Gruß mit einer Handbewegung. „Mr. …“, Daichis Augen wanderten auf das Namensschild an der Portiersuniform „Nakamura.“ „Ja, Sir?! Sie klingen so komisch. Geht es ihnen nicht gut?“, erkundigte sich der Portier besorgt. Leider hatte Mr. Mamashi kein Wort gesprochen, bevor Yuu ihn überlistete, deswegen konnte Daichi seine Stimme gar nicht nachahmen. Alles war also doch nicht gut gegangen bislang. Aber er wollte Yuu nicht unnötig beunruhigen. Für solche Fälle hatte Daichi immer seine Notlösungs-Erkältungsstimme parat. Jeder konnte mit einer Erkältung anders klingen. „Mir geht’s gut. Ich habe mir bloß eine kleine Erkältung eingefangen. Kein Grund zur Sorge!“, beschwichtigte Daichi, „Mr. Nakamura, ich habe in der Mittagspause ein paar Mechaniker für Wartungsarbeiten herbestellt. Sie müssten jeden Moment eintreffen. Ich weiß, das ist alles sehr spontan. Aber würden Sie Ihnen die Tore öffnen? Sie können sie an einem indigofarbenen Kleinbus erkennen.“ „Aber wir hatten doch erst vor zwei Wochen Wartungsarbeiten durchgeführt, als es zu Zwischenfall Nummer 317 kam. Ist das denn wirklich schon wieder nötig?“, wunderte sich Mr. Nakamura. „Wie lautet noch gleich mein Motto?!“, fixierte Daichi den Portier. „Ähm, Sozohas sind weniger wert als Tiere, sie sind gefährlicher Abschaum?!“, plärrte der Portier und nahm eine stramme Haltung ein. „Äh…nein ich meinte das andere Motto…wir können nur so gut arbeiten, wie unsere Geräte gewartet wurden! Merken sie sich das, Mr. Nakamura!“ „Jawohl, Sir!“ „Ah, perfektes Timing, ich glaube da sind sie schon!“ 

Der Kleinbus tuckerte langsam auf den Parkplatz der Anlage, nachdem der Portier ihnen die äußeren Tore geöffnet hatte. Dann stiegen drei Männer in blauen Overalls aus und staksten mit Werkzeugkästen bzw. in Yuus Fall mit einer Laptoptasche auf das Gebäude zu. Mit einem Knopfdruck öffnete der Portier ihnen nun auch die schwere Tür zum Hauptgebäude, um sie mit einem zweiten Drücken kurz nach ihnen wieder zu schließen. 
Die drei Akuma blieben nebeneinander im Foyer stehen. Souji war gerade dabei einen Schraubenschlüssel zwischen den Fingern kreiseln zu lassen, wie ein Tambourmajor seinen Trommelstock. „Diese drei sehen gar nicht aus als könnten sie solche Wartungen durchführen.“, merkte Mr. Nakamura an und sofort haute Yuu Souji auf die Finger, so dass der Schraubenschlüssel White am Kopf traf und ihm die Sonnenbrille vom Kopf schleuderte. „…sie wirken eher wie die drei Stooges…“ fügte Mr. Nakamura nun an und drückte unauffällig einen Knopf. „Seien sie nicht so oberflächlich, Mr. Nakamura. Von einem Portier hätte ich bessere Menschenkenntnisse erwartet!“, ermahnte Daichi den Portier. Nun ergriff Souji das Wort: „Ich bin ein ausgezeichneter Mechaniker! Dieser hier zu meiner linken ist der beste Informatiker, den ich kenne. Und ich wüsste keinem, der diesem hier zu meiner rechten, er wies auf White, in Sachen Ingenieurswesen das Wasser reichen könnte!“ „Nun, ich wollte sie nicht kränken. Ich bin mir sicher, dass sie ausgezeichnet in ihren Jobs sind!“, beschwichtigte Mr. Nakamura. „Mr. Nakamura. Würden sie mir einen Gefallen tun und den Ingenieur und den Informatiker in den Überwachungsraum bringen?! Sie wissen schon, was dann weiter zu tun ist. Ich werde den Mechaniker mit mir nehmen.“ 

Nachdem Mr. Nakamura mit White und Yuu in den Fahrstuhl stieg und den Knopf für den 5. Stock drückte, wandte er sich an White: „Darf ich Ihnen eine persönliche Frage stellen?“, doch Mr. Nakamura wartete die Erlaubnis nicht ab. „Warum haben sie sich zwei Seepferdchen auf die Wange tätowieren lassen?“ „Ähm..ähm…weil ich einen Schwimmkurs bestanden habe.“ White wollte sich am liebsten für diese Antwort ohrfeigen, aber er beließ es bei einem nervösen kratzen am neuen Tattoo. „Das dachte ich mir.“, sagte Mr. Nakamura und sein Blick wurde auf einmal ernst. Aus seinem Ärmel ließ er einen Schlagstock gleiten. Doch bevor er überhaupt ausholen konnte, hatten ihn schon düstere Schattenschlangen umschlungen und banden ihm dem Hals zu, bis er ohnmächtig zusammen sackte. „Das ist ja gerade noch mal gut gegangen.“, atmete White auf. „Gut? Wir haben einen bewusstlosen Portier und außerdem wissen wir nicht, wo der Kontrollraum ist.“, konstatierte Yuu. „Wir wissen zumindest, dass er im 5. Stock ist“, wandte White ein und deutete auf den leuchtenden Knopf im Fahrstuhl. „Nein, nein, hast du nicht gehört, was er sagte, als du diese brillante Idee mit dem Schwimmkurs hattest?!“ Yuu stoppte den Fahrstuhl, „Er sagte „das dachte ich mir.“ Ergo hatte er schon vor deiner schlechten Geschichte Verdacht geschöpft, ergo wird der 5. Stock alles andere sein, als der Stock, in dem sich der Kontrollraum befindet!“ „Wahrscheinlich hast du Recht, Yuu.“ „Aber wenn es nicht der 5. Stock ist, welcher ist es dann?“, rätselte Yuu und fuhr fort, noch ehe White darauf eingehen konnte, „Möglicherweise wollte er erst den richtigen Knopf drücken, und dann hat er sich kurzfristig anders entschieden und genau einen Knopf daneben gedrückt. Dann kämen der 4. und der 6. Stock in Frage. Da es keinen 6. Stock gibt, müsste es demnach der 4. Stock sein, aber für viel wahrscheinlicher halte ich, dass der Kontrollraum im Untergeschoss ist und Mr. Nakamura versucht hat, uns unterbewusst so weit wie möglich vom Kontrollraum fernzuhalten. Ja, ich glaube Mr. Nakamura ist genau dieser Typ. Wir sollten es mit dem Untergeschoss versuchen!“ „Der Kontrollraum ist im zweiten Stock“, meinte White kurz und bündig. „Warum der zweite Stock? Versuch dich doch mal in Mr. Nakamura hineinzuversetzen, White!“ „Hm…ne ich lese lieber den Gebäudeplan, der hier im Aufzug hängt“, entgegnete White hämisch. Yuu wäre am liebsten im Erdboden versunken. Er war eindeutig der klügste der Akuma und doch hatte er sich gerade zum Trottel gemacht. „Und was machen wir mit dem Portier? Soll ich ihn töten?“ White blickte Yuu fragend an, doch der schüttelte nur den Kopf. Nun sah seine Chance seine Ehre wieder zu retten.

„Wir müssen jetzt nur noch warten, bis sich Yuu und White vom Kontrollraum melden.“, konstatierte Daichi. „Natürlich, wir könnten warten…“ setzte Souji an. „Du hast recht!“, fiel ihm Daichi ins Wort, „wir könnten solange ruhig etwas spielen, um uns die Zeit zu vertreiben.“ „Natürlich könnten wir warten“, setzte Souji nochmal an, „aber ich denke wir sollten mal nachschauen, was für einen einen Knopf Mr. Nakamura da vorhin so betont unauffällig gedrückt hat.“ „Aaach, es ist sein Job Knöpfe zu drücken“, winkte Daichi ab. „Es kann dennoch nicht schaden, einmal einen Blick hinter sein Pult zu werfen“, blieb Souji hartnäckig. „Also gut, aber beeil dich! Er wird bestimmt bald wieder zurück sein.“ Wie ein Parkourist schwang sich Souji über die Theke und schaute sich im Terrain des Portiers um. „Daichi ich glaube, wir haben ein Problem!“ Daichi eilte zu Souji und schwang sich ebenfalls über die Theke. Dann sah er einen Monitor auf dessen Gesicht links ein Foto von White von vor 3 Jahren war. Rechts daneben war eine ganz aktuelle Aufnahme von ihm im Overall, mit Werkzeugkasten in der Hand. Auf dem Bildschirm stand: „Match Found. Probablity, 99,8 %“ „Uuups“, flüsterte Daichi. „Naja, zumindest ist es White’s eigene Schuld diesmal“, versuchte Souji das Positive zu sehen, „Vielleicht klappt es ja trotzdem ganz gut bei ihnen.“ „Ding“ machte der Fahrstuhl, öffnete die Tür und gab einen bewusstlosen Mr. Nakamura preis. „das könnte man guut oder schleecht deuten“, meinte Souji sprang wieder über die Theke und trug Mr. Nakamura mit einer Leichtfertigkeit hinter die Portierstheke, als ob es sich nicht um einen erwachsenen Mann, sondern um eine Poolnudel handeln würde. Dann nahm er ein paar Gegenstände von Mr. Nakamuras Arbeitsplatz, mit denen er diesen fesselte und knebelte.

Nach etwa 5 weiteren Minuten vibrierte Soujis Werkzeugkasten. „Das wird Yuu sein.“ Er machte den Werkzeugkasten auf und nahm das Walkie Talkie heraus. „Souji hier.“ „Hier spricht Yuu, Souji, wir haben den Kontrollraum gefunden und unter Kontrolle gebracht. Es scheint als hätte der Portier stillen Alarm geschlagen, bevor er mit uns in den Aufzug gestiegen ist. A propos Portier. Habt ihr ihn…äh…erhalten?“ „Ja, er liegt gerade gefesselt und geknebelt im Fußraum der Portierstheke. Alles unter Kontrolle…wegen des Alarms…eine Facescansoftware hat White wiedererkannt.“ „Ich hatte befürchtet, dass jemand White wieder erkennen würde, er ist einfach zu bekannt in den Reihen unserer Feinde“, seufzte Yuu, „na ja, es hilft nichts, ich schätze wir müssen uns einfach beeilen, nicht wahr? Also gut, hier ist alles was du wissen musst. Akeem befindet sich in einer Isolationszelle im Erdgeschoss. Wenn du aus dem Fahrstuhl steigst, musst du dich erst links halten und dann rechts abbiegen. In dem Gang sind mehrere solche Zellen. Akeem befindet sich in der dritten auf der rechten Gangseite“ „Alles klar, verstanden“, gab Souji zurück. „Ach, äh und, Souji?!“, Yuu war noch was wichtiges eingefallen, „sag Daichi, dass sich der Plan geändert hat. Er kann dich nicht zu Akeems Zelle begleiten. Das musst du nun leider ganz alleine machen. Ich möchte, dass du Daichi anweist, die Gestalt des Portiers anzunehmen und im Foyer zu bleiben. Das ist äußerst wichtig!“ „Verstanden! Over and Out!“

Daichi war erst seit 2 Minuten alleine in der Gestalt des Portiers, da kam bereits ein halbes Dutzend uniformierter Sicherheitskräfte an. „Sie haben Alarm geschlagen, Mr Nakamura?“, wandte sich eine Schnauzer-tragende Sicherheitskraft an Daichi, die offenbar den höchsten Rang innehatte. „Ja, äh das habe ich“, erwiderte Daichi. „Unsere Geräte sagten, sie haben vermutlich White im Gebäude entdeckt, ist das korrekt?“, erkundigte sich der Schnauzer. „Korrekt, sir!“, bestätigte Daichi. Der Schnauzer wurde allmählich grimmiger, weil er Daichi alles aus der Nase ziehen musste. „Sie können mir doch sicherlich sagen, wohin White und seine Gefährten verschwunden sind?!“ „Jawohl, sir. Sie sind in den 4. Stock gefahren.“ „Was? In die Kantine? Warum sollte er in die Kantine fahren?“ „Ich glaube er hat Verdacht geschöpft, dass ich Verdacht geschöpft habe. Und in der Kantine würde ihn sicherlich keiner vermuten, also ist es das beste Versteck.“, versuchte sich Daichi rauszureden. „Ja, das macht natürlich Sinn! Alle Mann in die Kantine! Mir nach!“, brüllte der Schnauzer, als müssten ihn noch weitere Einheiten in einer Entfernung von 500 Metern verstehen können. Daichi atmete erleichtert auf. 

Midori, die Putzfrau war gerade dabei den Haupgang im Erdgeschoss zu wienern. Alle Forscher waren um diese Zeit in ihren Laboren, daher war das die beste Zeit ohne Zwischenfälle feucht durchzuwischen. Doch plötzlich kam an ein blonder, junger Mann im Overall den Gang entlang gerannt. Sie hatte ihn noch nie in diesem Gebäude gesehen. „Hey, Sie da! Bleiben sie stehen!“, rief sie ihm zu als er an ihr vorbeikam. Langsam drehte sich Souji zu ihr ihm. Schweiß bildete sich auf seiner Stirnm war sie ihm etwa auf die Schliche gekommen?. „Hier ist frisch gewischt! Es besteht Rutschgefahr! Nicht rennen!“, polterte die alte Frau. „Aber, aber ich habe es eilig!“ „Eilig?! Warum hat die Jugend es heutzutage immer eilig?! Du hast dein ganzes Leben noch vor dir mein Junge!“, belehrte ihn die Putzfrau. „Ja, Ma’am!“ Zerknirscht ging Souji den Rest des Weges langsamen Schrittes weiter.

Die Tür zu Akeems Zelle war verriegelt und verschlossen. Zuerst entfernte Souji die Riegel. Das Schloss war schon schwieriger. Doch Souji war auf so etwas vorbereitet. Er nahm einen Dietrich aus dem Werkzeugkasten, dann einen zweiten und einen dritten. Mit dem dritten hatte er schließlich Erfolg. Langsam zog er die Tür auf. „Bist du Akeem?! Ich komme um dich zu befreien!“ Akeem stand mit dem Rücken zu Souji und hatte Stifte in der Hand, mit der er auf der Zellenwand malte. „Ja, ich bin Akeem!“ „Na, dann komm mit!“ „Aber ich bin doch gerade beschäftigt“, wandte Akeem ein. „Was machst du da?!“ Ich male einen Oster-Comic, sieht man das denn nicht?!“ „Einen Oster-Comic?!“ fragte Souji erstaunt. „Ja, genau. Es ist doch bald Ostern. Und ich hatte endlich eine Idee, was ich da machen könnte. Die würde ich jetzt gerne noch fertig umsetzen.“ „Was zum Teu…wenn du jetzt mitkommst, können wir an Ostern Ostereier suchen“,versprach Souji. Akeem ließ den Pinsel sinken. „Auch Schoko-Osterhasen?“ „Auch Schokoosterhasen!“, bestätigte Souji. Akeem drehte sich nun um, sein Interesse wurde großer. „Wenn du willst, können wir die Ostereier auch zusammen bemalen“, legte Souji noch einen Bonus drauf „Also gut, du hast mich überredet. Ich komme mit dir“, knickte Akeem ein.

Ein Helikopter landete mitten auf einer leeren weiten Fläche in der Nähe des Parkplatzes, der sonst wohl dem Wenden von LKWs diente. Die fünf, Sozoha, die schon weit vor der Landung des Hubschraubers von dem Lärm der Rotoren neugierig gemacht wurden, pressten sich ans Fenster des Kleinbusses. „Oh, drei „Freunde“ kommen uns besuchen! Scheint so, als wäre die Stealth-Operation nicht ganz so bombastisch gelaufen!“, kommentierte Saeko die Szene, als Ben, Valeria und Kairi aus dem Helikopter sprangen, noch ehe, die Rotorenblätter ganz zum Stillstand gekommen waren. Ignis und Saeko waren schon längst ausgestiegen als Sora ihnen nachrief: „Saeko, Ignis und Tim, lasst sie das Gebäude nicht betreten! Ich werde mit Lee unseren Fluchtwagen um die Ecke fahren, damit er nicht am Ende noch zum Kollateralschaden wird.“ Saeko ignorierte ihre Worte gänzlich und stürmte schon voran, während Ignis sich zumindest nochmal kurz umdrehte und Sora siegversprechend den Daumen hochstreckte. Tim hingegen schien keine so rechte Lust zu haben. Schließlich war da wieder dieser Stalker da draußen…“Kann das nicht Lee machen?!“, versuchte er sich rauszureden. Sora und Lee schauten Tim beide finster an, sagten jedoch kein Wort. „Ich geh ja schon, ich geh ja schon!“ Langsam raffte sich Tim auf und schlenderte den anderen beiden hinterher. 

Valeria bemerkte schnell, dass sie nicht so einfach in das Gebäude stürmen und sich auf White stürzen konnten. Sie sah eine Frau auf sich zukommen, die ihr irgendwie bekannt vorkam, aber sie wusste nicht woher. Jedenfalls hatte sie schon ein Samurai-Schwert gezogen, also gehörte sie wohl zu White. Außerdem schien sie zwei Begleiter zu haben. Da war ein Typ in einer lächerlichen Bekleidung und etwas weiter entfernt noch, sie konnte ihn noch nicht genau erkennen, schlurfte eine hagere Bohnenstange begeisterungslos hinterher. Als sie Kairi und Ben auf die drei Gegner aufmerksam machte, lächelte Kairi. „Meine Mami hat Hunger. Ist es okay, wenn ich sie füttere, bevor wir White fangen?“ Bens Augen indes glänzten.„Juhuuuu! Tiiiiimmmileiiiiin!“, rief Ben dem Nachzügler entgegen, als er in seine Richtung stürmte. Seine Stimme ähnelte dabei ansatzweise dem hysterischen Kreischen, eines pubertierenden Mädchens auf dem Konzert ihrer Lieblingsboyband. Das ist also Tim, ja natürlich. Jetzt sehe ich es auch, dachte sich Valeria und wartete auf ihren Gegner.

Saeko lief schnurstraks auf das Mädchen in der Schuluniform zu. „So sehen wir uns also wieder, Sailor Moon! Ich glaube wir haben noch eine Rechnung offen!“ Kairi hielt den Kopf schief. „Ich kenne dein Gesicht von irgendwoher, das gefällt mir! Ich glaube ich werde dein Gesicht mit nach Hause nehmen, wenn ich dich getötet habe“, sagte Kairi mit bizarr unschuldiger Stimme. „Wir sind uns vor etwa drei Jahren auf einem Schrottplatz begegnet!“, half Saeko Kairi auf die Sprünge. „Hmmm, ich erinnere mich, du bist die, die mir damals davon gelaufen ist! Du bist ein böses Mädchen! Ganz, ganz böses Mädchen!!“, Kairi’s Hände bebten bei diesen Worten vor Zorn, „ich werde dich bestrafen müssen!“ „Im Namen des Mondes etwa?“, scherzte Saeko. „Des Mondes? Nein, natürlich nicht. Im Namen des Lichts!“, korrigierte Kairi kopfschüttelnd.

„Ich kämpfe nicht gerne gegen Frauen. Mein Meister hat mich besseres gelehrt. Aber ich kann dir auch nicht erlauben, weiterzugehen. Wäre es möglich, dass wir uns einfach auf ein Unentschieden einigen, und einfach getrennter Wege gehen, wenn das hier vorbei ist?“, zeigte sich Ignis ungewohnt diplomatisch. „Der Befehl ist, White und seine Begleiter gefangen zu nehmen“, Valeria zog zwei Pistolen und lies sie elegant um ihre Zeigefinger kreiseln, „No es posible! Ich werde mich an dir vorbeikämpfen, wenn es sein muss.“ Enttäuscht nahm Ignis eine Kampfhaltung an.

„Lee, ähm, jetzt wo wir unter uns sind. Darf ich dir eine unangenehme Frage stellen?“ Sora war die Nervosität bei dieser Frage anzusehen. Oh nein, jetzt will sie über Jungs quatschen, dachte Lee, sagte dann aber: „Okay, schieß los.“ Also ähm…du verhältst dich zunehmend eigenartig…was soll zum Beispiel das mit dem Asbestnackenkissen? Wieso schnallst du dich neuerdings nicht mehr im Auto an? Und was deine Kampfklamotten angeht…wieso hast du dir eigentlich eine riesige Zielscheibe auf den Rücken gestickt, ist das nicht ein wenig geschmacklos und äh, riskant?“ „Ach das!“, Lees Stimmung hellte sich auf, „Ich dachte schon du wolltest über…ach nicht wichtig. Also diese Zielscheibe interessiert dich, he?! Die habe ich mir gar nicht selbst auf den Rücken genäht!“ „Hast du niiicht?!“ „Nein, warum sollte ich sowas tun? Ich bin doch nicht lebensmüde. Das waren die Spieler!“ „Die Spieler?!“ Sora verstand gar nichts. „Ja, die Spieler. Wir sind doch hier in einem Rollenspiel“, erklärte Lee weiter. Sora wünschte sich mittlerweile, sie hätte die Frage nie gestellt. Sie dachte immer, von allen Akumas wäre Lee eine der vernünftigsten. Aber anscheinend hatte sie komplett den Verstand verloren. „Also diese Spieler haben entschieden, mich aus dem Rollenspiel zu schreiben. Aber bisher hat es einfach nicht funktioniert. Irgendwas geht im letzten Moment immer schief! Und mittlerweile unternehmen sie immer seltsamere Versuche, damit ich hops gehe. Lustig nicht wahr?!“ Oh mein Gott, diese Lee war ja vollkommen übergeschnappt! Unauffällig rutschte Sora ein Stück von Lee weg. Ich habe es immer gewusst, dachte Sora, Religionen sind nicht gut für den menschlichen Verstand! Sie hält ihren Kopf einfach viel zu oft in diese buddhistischen Bücher! „Äh, ja, das ist lustig. Ich glaube, es ist besser wenn wir nicht mehr weiter schwatzen. Wir äh, könnten sonst Aufmerksamkeit auf uns und den Fluchtwagen ziehen“, stammelte Sora zusammen. Lee zuckte mit den Schultern und versank wieder in ihrem Buch. 

Saeko konnte kaum glauben, wie offen Kairi ohne jegliche Verteidigungsintention dastand. Diese Überheblichkeit in Kairis Körperhaltung machte Saeko zornig und so stürmte sie auf Kairi los mit der Absicht das ganze mit einem einzigen gezielten Schwerthieb zu beenden. Gerade als Saeko ausholte, richtete Kairi ihren Zeigefinger aus und blendete Saeko so sehr, dass diese schmerzverzerrt die Augen zupresste und gar nicht mitbekam, wie Kairi einen Schritt zur Seite machte. Saekos Schlag, dem nun ohnehin die übliche Stärke als auch Präzision fehlte, senste ins Leere. Kairi, die nun neben Saeko stand, packte diese an der Schulter und ließ ihre Lichtkrallen durch Saekos Körper fahren. Obwohl keinerlei äußerliche Verletzungen zu sehen waren, hing Saekos Arm mit einem Mal schlaff herunter und das Schwert fiel ihr aus der Hand. Saeko war für einen Moment entsetzt. Doch als Kairi mit ihrem Arm nach Saekos Kopf griff, richtete Saeko geistesgegenwärtig ihren schwächeren linken Arm auf Kairi und schleuderte sie mit einem Windstoß ein paar Meter zurück, wo sie mit dem Rücken auf den Asphalt landete und ein paar Meter weiter schlitterte. „Ich hatte gehofft, dass du auch ein Sozoha bist. Es macht immer mehr Spaß solche zu töten, die sich wehren können“, rief Kairi vergnügt, stand wieder auf, und klopfte sich die Schuluniform sauber, die offensichtlich keine gewöhnliche Schuluniform war, denn sie hatte nicht die geringsten Risse. Saeko wusste, dass sie in einer schwierigen Lage war, selbst mit ihren Sozoha-Kräften. Sie war zwar beinahe beidhändig, doch trotzdem war ihr rechter Arm ein herber Verlust. Dazu kam, dass sie Kairi nicht direkt, anschauen konnte, wollte sie nicht wieder geblendet werden oder schlimmeres. Ihr blieb nichts anderes übrig, als ihren Kemono zu beschwören. Seitdem Souji ihr Lehrling war, hatte sie nur noch selten an der Seite ihres Kemonos gekämpft, aber Zeit für ein Warm-Up gab es nicht. Sie konnte nur hoffen, dass ihr Teamwork nicht eingerostet war. Es dauerte nur wenige Sekunden, da hatte sich die Ente materialisiert und hinter Kairi in Stellung gebracht. Kairi hob ihre Hand um einen gebündelten laserartigen Strahl Richtung Saeko abzufeuern. Saeko konnte gerade noch ausweichen. Ihre Ente hingegen nutzte die Gelegenheit und stieß wie ein Greifvogel aus der Luft herab mit dem Ziel ihre Metallfedern durch den Rücken in das Herz der Licht-Sozoha zu bohren. Doch das Material der Schuluniform gab den Schwingen der Ente nicht nach. Kairi lachte. „Ich muss zugeben ich habe deinem Piepmatz so einen Angriff nicht zugetraut. Aber das Outfit, das mir mein Meister geschenkt hat, geht nicht so leicht kaputt.“ Kairi drehte sich zur Ente um, und trat sie achtlos wie eine Blechdose davon. Saeko nutzte den Moment, griff mit der linken Hand nach ihrem Schwert und warf es. Kairi sackte in die Knie zusammen und schrie auf. Das Schwert schepperte auf den Asphalt. Mit einem gezielten und von ihrem Luft-Element stabilisierte Wurf hatte Saeko die Achillessehne von Kairis Standbein durchtrennt. „Kleiner Tipp aus der Kampfmodebranche – wenn du dir das nächste Mal ein widerstandsfähiges Outfit zulegst, solltest du nicht die beinfreie Minirock-Variante wählen!“, genoss Saeko ihr Comeback. „Na warte!“, entfuhr es Kairi zornig. „Jetzt habe ich endgültig keine Lust mehr mit dir zu spielen! Mama! Fressenszeit!“

Valeria hatte mit jeder Pistole schon zweimal geschossen, ehe Ignis überhaupt zum Schlag ausgeholt hatte, doch Ignis ließ die Kugeln einfach in einem Schutzschild aus Hitze schmelzen und vor ihm zu Boden tropfen. Doch auch Ignis Schlag, war nicht von Erfolg gekrönt. Valeria überzog sich mit einer schützenden Schicht aus Stahl und Ignis verzog schmerzverzerrt das Gesicht. Wenn ihn sein Gefühl nicht täuschte, hatte er sich gerade 4 Finger an der rechten Hand gebrochen. Valeria nutzte den Moment von Ignis Überraschung gnadenlos aus, drehte ihre Pistolen filigran in den Händen, nahm sie an den Laufen, und schlug ihm die Schäfte ins Gesicht. 
Ignis wich zurück. Hiebe waren sicherlich nicht die Spezialität seiner Gegenüber, doch man muss kein Muskelprotz sein, um jemandem die Nase- und das Jochbein brechen zu können. Und genau das hatte sie gerade getan. Doch Ignis machte sich wegen des bisherigen Kampfverlaufs keine Sorgen. Er war sich sicher, die Stahldame zu besiegen.

„Timmilein! Ich möchte nicht gegen dich kämpfen, ich hoffe, das weißt du! Ich mache dir einen Vorschlag. Du beantwortest mir ein paar Fragen und ich greife weder dich, noch deine Freunde an, einverstanden?“ Tim konnte sich sicherlich 1000 schönere Dinge vorstellen, als die Fragen dieses lästigen Stalkers zu beantworten, aber der Vorschlag klang nicht schlecht. Besser als Kämpfen war es sicher. Und so willigte Tim nach gewissem Zögern ein. Ben suchte nach einer Bank zum Sitzen, konnte aber in der Nähe keine finden. Also machte er das nächstbeste und zauberte eine Bank aus Eis. Er machte sich sogar die Mühe ein kleines Herz in der Rückenlehne auszusparen und seiner ganz persönlichen Stimmung Rechnung zu tragen. Dann setzte er sich und Tim folgte seinem Beispiel seufzend. „Ich hoffe die Bank ist nicht zu kalt für dich?!“ „Nein, nein. Wie du sicherlich informiert bist, bin ich ein Sozoha des Elements Untot. Wenn ich es möchte, kann ich in meinen Körperteilen Schmerzempfinden und dergleichen abstellen. Im Augenblick spüre ich rein gar nichts in meinem Hinterteil. Auch keine Kälte.“ Ben griff nach einem Notizblock und einem Stift in seinen Hosentaschen und schrieb. „…spürt…Arsch…nicht möchte…okay, notiert!“ Tim starrte Ben nur perplex an. „Oh, es gibt so viele Fragen, die ich dir stellen möchte! Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll…was ist dein Lieblingsfilm?“ „Hmm…Jurassic Park.“ Ben machte ein paar Notizen, dann entgegnete er. “Schlecht ist der sicherlich nicht, aber ich finde die Love Story kommt in dem Film zu kurz. Findest du nicht, Tim?“ „Nein“. „Oh, okay“, sagte Ben ein wenig enttäuscht. „Was ist deine Lieblingseissorte?“, wollte Ben nun wissen. „Straciatella“, antwortete Tim wie aus der Pistole geschossen. Die Schokostückchen die aus dem Eis ragten, erinnerten ihn immer irgendwie an Grabsteine auf Friedhöfen. Irgendwie mochte er das. „Die mag ich auch!“, kreischte Ben. „Die ist so schön süß!“

Die Kämpfe und die Interviewsession gingen schon ein paar Minuten, als White, Yuu, Daichi und Souji mit Akeem aus dem Gebäude gestürmt kamen. White und Yuu machten sich sofort auf die Suche nach dem Fluchtwagen, doch lange suchen brauchten sie nicht. Sora hatte ihren Affen Saru zum Spähen geschickt, der die beiden zurück zum Fluchtwagen führte. „Habt ihr Akeem befreien können? Wo sind die anderen? Seid ihr unverletzt?“ „Es ist zwar nicht reibungslos abgelaufen, aber ja, die Befreiungsmission ist geglückt. Souji, Daichi und Akeem wollten die anderen drei bei ihren Kämpfen unterstützen. White und ich haben nicht mal Kratzer davon getragen.“ „Freut mich zu hören!“, atmete Sora auf. Lee war jetzt ans Steuer gerückt. „Dann lasst uns mal die anderen einsammeln!“

Daichi war schnurstracks zu Ben und Tim gestiefelt. „Wag es ja nicht, Tim in einen Eisblock zu verwandeln, wie du es mit Lee gemacht hast! Ich bin stärker als damals, ich mach dich platt, wenn du meinem Kumpel etwas antust!“, fuhr Daichi Ben entschlossen an. Ben wedelte beschwichtigend mit der Hand. „Relax, relax! Tim und ich haben einen Deal, ich greife weder ihn noch seine Freunde an, dafür muss er mir bloß ein paar Fragen beantworten.“ Daichi sah nun Tim an, der Bens Aussage mit einem einfachen Nicken bestätigte. „Puuuhhhh!“, Daichi atmete lautstark auf und gab Ben einen erfreuten Klaps auf die Schulter, „ich hatte schon befürchtet, ich müsste jetzt wirklich gegen dich kämpfen! Das war nämlich nur ein Bluff! Im Kampf eins gegen eins, bin ich nicht viel stärker als damals! Was für Fragen stellst du Tim denn? Hast du ihn schon mal gefragt in wen er verliebt ist? Das frage ich mich nämlich die ganze Zeit schon.“ Ben fiel es wie Schuppen aus den Haaren. Er hatte ihm bisher bestimmt schon fünfzehn Fragen gestellt. Er hatte ihn nach seiner Schuhgröße gefragt und nach seinem Lieblingsanime. Aber er hatte nicht daran gedacht, Tim DIESE Frage zu stellen. Dann fuhr plötzlich ein blauer Kleinbus vor. „Bitte einsteigen, Jungs!“ Lee hatte die Fensterscheibe runtergekurbelt und lehnte den Kopf aus dem Fenster, „Aber dalli!“ „Das ist unsere Mitfahrgelegenheit!“, Tim zeigte auf den Kleinbus und eilte mit Daichi auf den Kleinbus zu. Ben stand nun auch von der Eisbank auf: „Warte! Diese eine Frage noch!!!!“ brüllte Ben ihm hinterher. „Sorry! Maybe next time!“ Und schon war Tim im Wagen verschwunden. Ben schrie jetzt verzweifelt Tims Namen, doch vergeblich. Dann trat er voller Frust gegen die Eisbank, nur um es im nächsten Moment zu bereuen und sich auf einem Bein hüpfend den Fuß mit den schmerzenden Zehen zu halten.

Auch wenn es gut begann, war es letztlich eine mitleiderregende Schlappe für Valeria. Ihr Stahl wies sich diesmal nicht als nützlich, sondern wurde zum Problem. Da Stahl Wärme leitet, wurde der Stahl, der Valeria und ihren Skorpion widerstandsfähig machen sollte zu einem unerträglich heißen Ofen. Keuchend lag Valeria nun auf dem Boden und Brandblasen entstellten ihren Körper. „Worauf wartest du?! Bring es zu Ende! Has ganado! Nun töte mich!“, forderte Valeria Ignis heraus und legte beinahe ihre letzte Kraft in diese Worte. Doch Ignis weigerte sich. „Nein. Es ist ehrenlos einen wehrlosen Gegner zu töten.“ Aber diese Erwiderung hörte Valeria schon nicht mehr, sie war bewusstlos geworden. 

Souji wollte gerade Saeko zu Hilfe eilen, die von Kairi schon ordentlich in die Mangel genommen war, doch Akeem hielt ihn am Arm fest. Das war die Gelegenheit sich für die Befreiung zu revanchieren. Er ging auf das Krokodil zu, das gerade Saekos Ente so fest getacklet hatte, dass diese sich entkräftet dematerialisierte. Er legte seine Hand auf die schuppige Haut des Krokodils und schloss die Augen. Souji wollte Akeem schon zurückreißen und ihn fragen, ob er wahnsinnig sei, da erstarrte das Krokodil mit zornig geöffnetem Schlund. Dann fing Akeem an zu summen und ging schließlich zu einem Singen über: „Spiel das Spiel mit dem Krokodil! Du bist der Kroko-Doc!“ „Der Kroko-Doc!“, wiederholte Kairi gegen ihren Willen. Akeem holte plötzlich eine Zange hervor, schritt auf das Krokodil zu, und zog ihm einen Zahn. Dem Krokodil kullerte zwar eine Träne aus dem Auge, aber ansonsten regte es sich nicht. Dann reichte er Kairi die Zange. Sie sträubte sich, aber aus irgendeinem Grund konnte sich nicht anders, als gefügig auf ihre Mama zuzugehen, die Zange anzusetzen und ihr den nächsten Zahn zu ziehen. „Ich glaube, die sind jetzt ein Weilchen beschäftigt“, richtete Akeem das Wort an Souji, der mit geöffnetem Mund dastand und noch immer nicht glauben konnte, was da gerade geschehen war. „Besser wir verschwinden jetzt!“ Souji wollte Saeko vom Boden auflesen. „Nimm deine Hände von mir! Ich kann selbst gehen! Du entehrst mich!“ Mühsam rappelte sich Saeko auf die Beine. Sie torkelte. Gerade als sie wieder hinzufallen drohte, fing Souji sie auf. „Ich sagte doch: ich kann selbst gehen!“ „Aber Saeko! Ich helfe dir doch gar nicht! Was ist falsch daran, wenn zwei Freunde sich einhaken und triumphierend über die Gassen laufen um ihren Sieg zu feiern?!“, bot ihr Souji augenzwinkernd eine Lösung an. „Du hast Recht Souji! Ein kleiner Triumphzug wäre jetzt eine feine Sache!“, keuchte Saeko. Souji griff Saeko unter die Schulter. Und singend schleppten sie sich langsam vorwärts. 

Als der Kleinbus angefahren kam, um Ignis mitzunehmen, machte dieser gerade eifrig Dehnübungen, um keine Zerrung zu riskieren, wie es ihn sein Meister gelehrt hatte. Lee musste den Wagen nicht anhalten, um ihn mitzunehmen, es genügte, das Tempo zu verlangsamen, dann sprang Ignis mit einem gezielten Satz in den fahrenden Wagen hinein. „Ignis, du bist ja verletzt! Lass dich heilen!“, rief Sora, doch Ignis winkte ab. „Das kann warten, da vorne ist jemand, der hat das viel nötiger als ich…“ Ignis zeigte auf drei Figuren, die etwa 80 Meter entfernt waren und anscheinend „We are the champions“ sangen, als sie vorwärtstrotteten. „Diese Idioten!“, fluchte Yuu. „Spätestens jetzt werden die Einheiten im Gebäude wissen, dass wir nicht mehr drinnen sind und nach draußen stürmen.“ Doch niemand wollte ihnen einen Vorwurf machen, als sie Saekos Zustand erkannten. Mit drei Mann musste sie nach Soras Anleitung vorsichtig auf die Tragfläche gelegt und festgebunden werden, damit sie später in den Kurven stabil blieb. Sobald sie auf dem Rücken auf der Ladefläche lag, wurde Saeko ohnmächtig. Neben der Sache mit dem Arm, hatte Saeko auch zahlreiche gebrochene Rippen, eine Bisswunde im Bein, sowie eine Verletzung an der Milz. Sora fand es unfassbar, dass sie gerade eben noch gesungen hatte. Sie musste höllische Schmerzen haben und hätte schon viel eher bewusstlos sein müssen. Ihre Willenskraft musste enorm sein! „Wirst du sie heilen können?“, erkundigte sich White bei Sora. „Sicher! Ich kann alles heilen, was nicht tot ist. Aber ich kann das nicht während der Fahrt tun, das ist ein Präzisionsjob! Lass mich noch ihre Milz flicken, bevor wir losfahren. Das ist das wichtigste. Um den Rest kann ich mich dann später kümmern.“ „Wie lange brauchst du noch?!“, wollte Lee wissen, „wir bekommen nämlich gerade Besuch!“ Lee zeigte auf das halbe Dutzend Einsatzkräfte, die Daichi in die Mensa geschickt hatte und die nun auf ihren Kleinbus zugestürmt kamen. „Schon erledigt“, rief Sora und im selben Moment trat Lee aufs Gaspedal. 

Ein Soldat gab noch einen Schuss ab, der allerdings nur im Nummernschild landete. „Feuer einstellen!“, brüllte Schnauzer seine Untergebenen an, „Da drin sind mehrere Sozoha, die lebend gefangen werden sollen!“ Er wies auf die Garage. Sie teilten sich in drei Zweiergruppen auf und machten einen schwarzen Minivan, einen weißen Toyota und einen grauen Honda startklar und nahmen die Verfolgung auf. Aufgrund einer Abkürzung, die Lee nicht konnte, waren die Einheiten mit ihren Mobilen wieder in Sichtweite als Lee auf die Straße auffuhr. „Verdammt!“ rief Lee. „Wir müssen sie irgendwie loswerden!“, rief White. Akeem hob den Arm wie in der Schule. Dann lehnte sich White aus dem Beifahrerfenster und schleuderte ein Messer und traf einen Vorderreifen. Allerding war der Reifen offenbar zu dick, das Messer prallte einfach ab und blieb am Straßenrand liegen. „Ignis wandte sich an Yuu. Kannst du nicht mit deiner Elektrizität was reißen, Yuu?!“ „Natürlich nicht! Das sind Faraday’sche Käfige! Das weiß doch jedes Kind!“, entgegnete Yuu abfällig. „Das sind doch keine Käfige! Das sind Autos!“, war sich Ignis sicher. „Das ist nicht der Zeitpunkt für Streitereien!“, wies White sie zurecht. Akeem schnippte jetzt ungeduldig mit dem Finger. Tim setzte an „Ich könnte Stego beschwören und sie alle in ihn…“ „Neeiiiinnn!“, rief die Gruppe unisono. Sie hatten genug von Fernsehmeldungen über Stegosauriersichtungen, die inzwischen die vermeintlichen Nessie und Bigfoot-Sichtungen längst von der Spitzenposition der gesichteten Fabelwesen verdrängt hatten. „…hineinfahren lassen“, beendete Tim seinen Satz enttäuscht. „Denk nach, Yuu, denk nach!“, versuchte Yuu sich anzustacheln. „Hier! Ich! Hallo!“, versuchte Akeem verzweifelt auf sich aufmerksam zu machen. „Ich habs!“, Yuu hatte plötzlich einen Geistesblitz und zeigte in Richtung Akeem. „Ich?“, Akeem freute sich. „Souji!“, rief Yuu und Akeem ließ den Kopf hängen, während Souji, der neben Akeem saß, diesem aufmunternd auf die Schulter klopfte. „du bist doch ein Erd-Sozoha!“ Souji brummte missgelaunt. Er fühlte sich noch immer nicht wohl dabei, seine Sozoha-Fähigkeiten zu benutzen. „Für Saeko, Souji!“, warf Sora ein, „Je eher wir sie loswerden, desto eher können wir Kurs Richtung Geheimversteck einschlagen, desto eher kann ich Saeko behandeln!“ „Aaalso gut!“, knickte Souji ein. Er schaute nach hinten, konzentrierte sich und ließ einen einen länglichen kleinen Erdhügel durch den Asphalt stoßen. Der Minivan konnte nicht mehr ausweichen, fuhr mit den linken Reifen darauf und kippte auf die rechte Seite um, schlitterte noch ein wenig weiter und kam zum Liegen. Der Toyota dahinter bremste, kam aber nicht mehr rechtzeitig zum Stehen und rutschte hinein. Der Honda schaffte es noch auszuweichen, kam dabei aber von der Fahrbahn ab und rutschte in einem kleinen Straßengraben, wo die Räder durchdrehten. Die Akuma jubelten und gratulierten Souji.

Sora war nun schon gut eine Stunde mit Saeko im Behandlungszimmer des neuen Geheimversteckes und Soujis Nervosität stieg von Minute zu Minute. „Ich habe Tee gekocht, natürlich mit meinen eigenen Feuerfähigkeiten! Und auch den Tee habe ich selbst vorher getrocknet! Willst du auch eine Tasse, Souji?!“ „Feuer-Sozoha!“ Souji, der zuletzt nervös im Flur auf- und abgeschlichen war, stampfte jetzt auf Ignis zu: „Es ist deine Schuld, dass es Saeko so schlecht geht!“ Ignis guckte verdutzt, dann packte ihn Souji am Kragen und stieß ihn gegen die Wand. „Was ist denn los mit dir?! Beruhig dich erst einmal. Vielleicht bei einer Tasse Tee?!“ Ignis winkte mit der Kanne in seiner linken. „Du hättest Saeko niemals gegen diese verrückte Krokodillady kämpfen lassen dürfen! Du weißt, wie stark sie ist! Du hättest an ihrer Stelle gegen sie kämpfen müssen! Und deinen Tee, kannst du dir sonst wohin stecken!“ Souji schlug ihm die Kanne aus der Hand. „Das hättest du nicht tun dürfen! Weißt du wie lange es gedauert hat die Teeblätter zu ernten und zu trocknen?! Weißt du wie lange ich daran gearbeitet habe, die perfekte Temperatur auf das Grad genau zu erzeugen, damit der Tee sein volles Aroma ausschöpfen konnte?!“ Ignis formte einen Feuerball in der Hand, die zuvor noch die Kanne gehalten hatte. Doch als er damit zuschnellte, wich Souji elegant aus und Ignis traf nur die Wand, die nun ein Loch mit schwarz angesengter Umrandung zierte. Von dem Lärm alarmiert stürzten Yuu, White und Akeem in den Flur. „Was zum Teufel habe ich euch heute Morgen noch über den Umgang mit dem neuen Hauptquartier gesagt!“ Yuu war rasend. Doch als Souji gerade zu einem Gegenschlag ausholen wollte, beschwor Akeem seinen Kemono. 

Akeems Kemono war ein grüner flauschiger Bär mit einem weißen Bauch, das ein Kleeblatt zeigte. „Glücksstrahlen, looooos!“, rief Akeem und ein sonderbarer Lichtstrahl schoß aus dem Bauch des Bären auf Ignis und Souji. „Es tut mir so Leid, Soujilein. Ich weiß nicht was in mich gefahren ist. Ich hätte wirklich nicht nach dir schlagen dürfen. Sowas tut man nicht!“jammerte Ignis, der vor Schuldgefühlen platzte. „Nein, Ignis. MIR tut es Leid! Ach, mein Bester! Ich hätte dich wirklich nicht so anschnauzen sollen! Komm her, lass dich drücken!“ Ignis fiel Souji in die Arme und beide schluchzten und wiederholten immer wieder, dass es ihnen Leid täte. Yuu musste schmunzeln. „Ich glaube, ich habe da so eine Idee, warum unser Informant meinte, dass du unserer Gruppe gut tun würdest“ sagte White anerkennend an Akeem gerichtet und der grinste zufrieden, als Souji und Ignis sich verabschiedeten um ein paar Materialien im Baumarkt für Reparaturarbeiten besorgen zu gehen. 

Mittlerweile war das Osterwochenende gekommen und Saeko erfreute sich wieder bester Gesundheit. Sora hatte mal wieder einen fabelhaften Job gemacht. Die Akuma saßen an einem langem Holztisch auf der Terrasse und genossen das Frühlingswetter. Lee war gerade mit drei Flaschen Spiritus zum Grill unterwegs, um ihn anzuwerfen, da riss Sora ihr die Flaschen aus der Hand. „Bist du verrückt! Das ist viel zu viel Spiritus. Lass das Ignis machen! Der kennt sich mit Feuer aus!“ Dann kam Akeem hinzu. Er trug einen großen Korb voller hartgekochter Eier. Alle schauten ihn erstaunt an. „Eierfärben!“ sagte Akeem nur. „Eierfärben?“, wiederholten ein paar Stimmen. „Du hast es mir versprochen, Souji!“ Souji begann sich düster an einen Zelleninsassen zu erinnern, der manisch an den Wänden rumpinselte. „Ich schätze das habe ich“, gab er zu. „Alrighty! Dann ist ja alles geklärt! In der Küche steht noch ein weiterer Korb mit Eiermalfarben!“ Daichi war sofort aus dem Häuschen vor Begeisterung, Soras Augen glänzten und auch Lee schien ausnahmsweise mal für etwas zu haben sein. „Außerdem habe ich Preise vorbereitet!“, ergänzte Akeem. Saekos Augen begannen mit einem Mal zu glühen. „Wetten, dass ich gewinne!“ „Dir fehlt die Ruhe für ein perfekt bemaltes Ei! Du wirst mich niemals schlagen können!“, gab Ignis sich siegessicher. „Ich bin bereit mich jeder Herausforderung zu stellen, der sich auch meine Meisterin stellt. Außerdem stehe ich zu meinem Wort, Akeem, ich bin dabei!“, gab Souji zu Protokoll. „Ich schätze es ist gut für den Teamgeist, wenn wir das machen“, zuckte Yuu mit den Schultern, „und mit wir meine ich auch euch, White und Tim!“ „Okay, okay…“, riefen die beiden fast gleichzeitig und mussten darüber lachen.

1 Monat später:
„Warum hast du uns ins Badezimmer gerufen, Daichi?!“, erkundigte sich Tim schläfrig, der als letzter eintraf. „Nun ja. Ich wollte mich bei euch allen entschuldigen…“, Dachi kratzte sich verlegen an der Nase, „na ja…weil ich euch beim Duschen beobachtet habe.“ „Aber wieso rufst du uns dazu ins Badezimmer?“, fragte Souji verdutzt. „Naja, ich habe lange darüber nachgedacht, und ich denke, es gibt nur eine Möglichkeit, wie wir die Sache wieder aus der Welt schaffen können. Wenn ihr mich auch alle nackt seht, sind wir quitt!“ Daichi warf seinen Bademantel zu Boden und ging splitterfasernackt an neun offenen Kinnladen vorbei unter die Dusche. „Ich bring ihn um! Ich stell die Dusche unter Strom!“, brüllte Yuu, der offenbar einen wunden Punkt hatte, wenn es um Nacktheit ging, und versuchte auf die Duschkabine zuzuschreiten, während White ihn festhielt. Derweil versuchte Tim Lee zu beruhigen. „Akeem!“, rief Ignis, „Arbeit für dich!“
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Re: Ein kleines Dankeschön an Akeem

Beitrag von Akeem am 20.02.18 0:20

OHA. Damit habe ich wirklich gar nicht gerechnet xD Nun ergeben einige Fragen aus dem Chat auch sehr viel mehr Sinn. 
Danke Leute. Das ist wirklich super! Ich werde mir das alles noch mal die Tage zu Gemüte führen. Wie einen guten Wein muss man das schließlich genießen.

Ich weiß gar nicht, was ich sonst noch dazu sagen soll, außer DANKE. Das freut mich wirklich sehr.
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Re: Ein kleines Dankeschön an Akeem

Beitrag von Akeem am 09.03.18 20:44

Ich hatte jetzt bisschen mehr Zeit mir mal alles durchzulesen und es ist wirklich göttlich. xD Danke für die Mühe, hatte wirklich Spaß daran.
An dieser Stelle will ich aber auch noch mal alle vom Admin-Team erwähnen und danken. Auch wenn sie hier alle nicht so präsent auftreten, sind wir doch dauerhaft in Kontakt und besprechen, denken uns neue Dinge aus und setzen die gemeinsam um. Das ist immer eine Team-Arbeit.
Und dann wollen wir uns natürlich noch bei euch bedanken. Denn ihr macht das Forum erst wirklich aus und ihr gestaltet es auch am aktivsten mit! Und das soll auch bitte in Zukunft so bleiben, denn ohne euch macht das hier sowieso alles gar keinen Sinn xD

In dem Sinne. Danke und frohes Schreiben :P
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Re: Ein kleines Dankeschön an Akeem

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