Kurzgeschichten- und Gedicht-Wettbewerb - WEIHNACHTEN

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Welche Geschichten sind eure Favoriten? (Abgabe mehrerer Stimmen möglich!!)

50% 50% 
[ 6 ]
17% 17% 
[ 2 ]
33% 33% 
[ 4 ]
 
Stimmen insgesamt : 12

Kurzgeschichten- und Gedicht-Wettbewerb - WEIHNACHTEN

Beitrag von Akeem am 08.12.17 19:51

Edit 01.01.2018



Abgaben:




Abstimmung läuft bis zum 08.01.2018.




Ho ho ho!

Weihnachten ist wie jedes Jahr am 24. Dezember und wir laden euch dazu ein in der vorweihnachtlichen Zeit (und ein wenig danach) etwas weihnachtliches zu Schreiben... Oder zu Malen? Ja, dieses Mal lockern wir die Regeln ein wenig, denn wenn ihr wollt, könnt ihr dieses Mal nicht nur eine Kurzgeschichte abgeben, sondern auch z.B. ein Gedicht oder eine kurze Bildergeschichte wie in einem Kinderbuch (Story + Illustrationen). Wichtig ist nur, dass ihr irgendetwas zu sagen habt! Ein Bild ohne Text reicht nicht. Es muss schon irgendwie eine Geschichte oder ein Gedicht zu sehen sein!
Aber ansonsten seid ihr frei.
Vorschläge unsererseits wären:
- Kurzgeschichten
- Gedichte
- Bilder-Geschichten (Comics oder Story + Illustrationen)
- Und was euch noch so Erzähltechnisch zu Weihnachten einfällt!

Die Regeln:
Ihr erstellt in dem vorgegebenen Zeitraum eine Kurzgeschichte, die irgendetwas mit dem vorgegebenen Oberthema zu tun hat und lasst sie mir zukommen. Ob nun über PM oder Skype, oder per Mail, ist völlig gleich, Hauptsache sie ist rechtzeitig da.

Anschließend wird die Jury alle Geschichten lesen und ein kleines Review dazu schreiben, das ich dann zusammen mit den Geschichten veröffentlichen werde. Danach haben alle im Forum die Möglichkeit ihren Gewinner per Voting zu küren. Also super einfach!
Ich bitte euch die Geschichte vorher nicht auf unserer Seite zu veröffentlichen! Das Voting wird anonym sein, damit möglichst nicht nach Sympathie abgestimmt werden kann! Nach Ablauf des Voting könnt ihr das handhaben, wie ihr wollt. Wir können natürlich nicht überprüfen, ob ihr nicht jedem im Forum erzählt, welche Geschichte von euch ist, allerdings würden wir dann an euren Sportsgeist appellieren und hoffen, dass ihr weiterhin fair spielt. 


Ihr könnt die Geschichten  auch in Teams verfassen! Will sich jemand z.B. nur die Geschichte ausdenken, aber ein anderer schreibt diese, dann könnt ihr das gerne tun und gemeinsam eine Abgabe machen. Schreibt einfach in der Geschichte dabei, wer alles beteiligt war (und am besten auch wie: z.B. Story by X, Written By X and Y) und schickt es mir mit herüber.
Team-Abgaben werden bei der Abstimmung extra markiert werden, sodass dann auch transparent ist, wo mehrere Autoren beteiligt waren und wo nicht.
Außerdem ist es erlaubt sowohl eine Abgabe im Team zu machen, als auch eine Abgabe alleine zu tätigen. Bei einer Geschichte könntet ihr beispielsweise nur die Story beigesteuert haben, während ihr noch eure ganze eigene Story alleine geschrieben habt. Ihr würden dann die Platzierung erhalten, die für euch jeweils am höchsten ist. Hat euer Team den 3. Platz erreicht, die Einzelgeschichte jedoch den 1. Platz würdet ihr dann das Abzeichen für den 1. Platz bekommen. Würde anders herum jedoch das Team den 1. Platz machen und ihr den 3., dann würdet ihr ebenfalls das Abzeichen für den 1. Platz bekommen, jedoch der 4. Platz auf den 3. hochrutschen. Bisschen kompliziert, aber eigentlich auch egal für euch! ;-)

Ihr könnt mir gerne vor Ablauf der Frist eure Geschichten zur kurzen Einsicht und Feedback rüber senden. Je nach Zeit, werde ich dann antworten und entsprechendes Feedback geben. Genauso wie die Reviews am Ende, ist das jedoch nur meine persönliche Meinung und das bedeutet nicht, dass ihr am Ende beim Voting richtig abräumen werdet, wenn ihr auf mich hört. Die Jury-Stimme ist schließlich nur als gut gemeintes Feedback für Verbesserungen gedacht und nicht hat sonst keinerlei Gewicht bei der Ermittlung des Gewinners!



Hier nun die wichtigsten Fakten:
Das Thema ist Weihnachten.
Wie ihr dieses Thema interpretiert ist völlig euch überlassen. Also lasst eurer Fantasie freien Lauf!

Die Geschichte ist bis zum 30.12.2017 23:59 Uhr einzureichen. Eine Maximal- oder Mindestlänge gibt es nicht!

Auch dieses Mal gibt es wieder Abzeichen zu gewinnen. Zu gewinnen gibt es folgende Abzeichen, wieder zur Verfügung gestellt von @Mithras:
- werden später hinzugefügt





Zuletzt von Akeem am 01.01.18 23:26 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Kurzgeschichten- und Gedicht-Wettbewerb - WEIHNACHTEN

Beitrag von Akeem am 01.01.18 23:19





              Eine etwas… kompliziertere Weihnachtsgeschichte










Hach die Weihnachtszeit… Mütter und Kinder bereiten Weihnachtsplätzchen vor… die Väter machen sich auf um sich die besten Weihnachtsbäume zu sichern… und Bob… Bob ging jagen! Seit dem Sommer dieses Jahres hatte er die Jagd für sich entdeckt und nun, kurz vor Weihnachten, hatte sein Boss endlich einmal Einsicht gehabt und ihm ein paar Tage frei zugestanden!

Weihnachten? NEIN DANKE… darum konnten sich gerne sein Weib kümmern… Bob wollte sich viel lieber dem Nervenkitzel der Jagd hingeben, vor allem seit sein Kumpan, Dieter, beim letzten Stammtisch berichtet hatte, dass er eine Herde Rentiere gefunden hätte! Ein ganzes Dutzend prächtiger Viecher… und Bob wollte sich diese Chance nicht entgehen lassen!

Mit seiner neu erstandenen Flinte ausgestattet, machte sich der frisch gebackene Jägersmann so auf den Weg in den Wald, dort wo Dieter ihm beschrieben hatte, dass er die Herde Rentiere gesehen hatte. "Alte Labertasche… von wegen 'ganzes Dutzend Rentiere'… der hat doch sicher wieder nur zu tief in Bierkrug gschau…au… aber hallo…!"

Nachdem er seine Suche schon fast aufgegeben hatte, fand er schlussendlich doch noch sein gesuchtes Rentier… sicher, es war nur ein einziger Bock, aber er war eh Anfänger, da wollte er mal nicht wählerisch sein! So legte er seine Flinte an und… hielt verdutzt inne! Seine Augen zusammenkneifend, sichtlich ungläubig was er da sah, musterte er das Tier erneut: hatte das Vieh tatsächlich eine rote Nase?! NEIN… das war sicher nur seine Einbildung… schließlich war er jetzt schon viel zu lange in dem viel zu großen Wald unterwegs!

Gesagt getan… Kimme… Korn… PENG… fiel das Tier nach einem letzten vergeblichen Fluchtversuch tot zu Boden! "HOLLA… das Ding wird aber sowas von einer hübschen Trophäe abgeben!", frohlockte er schließlich, als er sich traute seine Beute zu prüfen… nachdem er sich auch wirklich sicher war das sie tot war!

Gerade als er sich seine Beute allerdings genauer besah, hörte er plötzlich lautes Bellen und eine ihm nur zu bekannte wütende Stimme. "Allmächt… da Förster…!", ging es ihm auf und nach einem kurzen Blick von dem erlegten Bock, zu dem Fleck von wo aus sich der Förster näherte, machte sich Bob so eilends aus dem Staub! Nervenkitzel schön und gut… aber mit dem örtlichen Förster wollte er sich nicht anlegen… schon allein weil besagter der Schwiegersohn vom Bürgermeister war. "Ne… Ne du… da mach ich mich lieber aus dem Staub!", beschloss er so und nahm so schnell er konnte die Beine in die Hand!

Sicher und ohne vom Förster gefunden zu werden, schaffte es Bob so nach Hause und sicher in sein warmes Bett. Dass sein Weib schon wieder meinte, dass es so nicht weiter gehen könnte und sie auch dieses Weihnachten, mit den Kindern wieder bei ihren Eltern verbringen würde störte ihn dabei wenig. "Weihnachten… ist doch eh alles Humbug!", schimpfte er so vor sich hin, während er so, bald schon schlief wie ein Baby.

Mehrere Stunden später, als die Uhr Mitternacht schlug, hörte Bob plötzlich Geräusche… Geräusche… aus dem Kamin?!? Eilig lief er so ins Erdgeschoss, in das Wohnzimmer, wo der Kamin zum Raum hin offen war… und sah den Weihnachtsmann in seinem Wohnzimmer stehen und sich den Ruß von seinem roten Anzug klopfen!

Als er Bob allerdings erblickte breitete sich ein warmes Lächeln auf seinen Lippen aus und er verkündete: "HOW… HOW… HOW… ich bin der Weihnachtsmann...!" Santa breite die Arme aus wie zu einer Umarmung… doch legte sie schließlich, mit nun nur zu deutlich erboster Miene, um Bobs Hals und fuhr alles andere als freundlich fort: "… und mich würde verdammt nochmal interessieren was für ein Teufel dich geritten hat, einfach so meinen Rudi ab zu knallen!"

Bob versuchte sich zu rechtfertigen… sich zu erklären… doch der sonst nur mit Weihnachtsfreude und Fröhlichkeit in Verbindung gebrachte Mann hatte ihn, als wäre er der unglaubliche Hulk in Persona, seine Hände immer noch fest um seinen Hals gelegt und ihn mehre Zentimeter vom Boden hoch gehoben. Erst als Bob schon fast blau anlief ließ er ihn wieder zu Boden fallen und sah ihn mit seinem finstersten, tadelnden Blick an.

"En… Entschuldige Santa… ich… ich konnte doch nicht wissen… konnte doch nicht wissen dass das Vieh DEIN RENTIER war!", versuchte Bob sich so eilig zu entschuldigen, was den Mann in Rot, mit dem langen weißen Rauschebart allerdings wenig zu interessieren schien. "SO… und die leuchtend rote Nase war kein Indiz? Soweit ich weiß habt ihr doch sogar Filme über 'Rudolf das rotnasige Rentier' und dann willst du mir sagen, dass du nicht hattest ahnen können, dass das mein Rentier war?", meinte der Weihnachtsmann, Bob immer noch böse anfunkelnd, der mittlerweile schon fast so weit war ihn an zu betteln ihm nicht weh zu tun, "… aber gut… da es ja so kurz vor Weihnachten ist, sollst du eine Chance bekommen, deine Missetat ungeschehen zu machen! Du musst dafür nur zu den Toren der Unterwelt reisen und Rudolf zurückholen… wie du das anstellst, ist deine Sache!" 

Nur zu gern war Bob bereit dem Folge zu leisten… nicht dass der alte ihm noch den Kopf abriss! Er fragte sich dabei zwar kurz woher bitte der Weihnachtsmann wusste wo die Tore zur Unterwelt waren… aber das sollte jetzt mal nicht seine Sorge sein!

Noch am selben Abend plante Bob darauf seinen Weg und brach sogar noch vor Sonnenaufgang auf! Als er allerdings an seinem Ziel ankam, erwies sich das ganze Szenario, dass er sich so einfach ausgemalt hatte als etwas komplizierter"Bitte was…?", fragte er so, mehr als nur verdattert, als er vor dem Fährmann des Flusses Styx stand. "Ein Obulus.", wiederholte der Fährmann Charon tonlos, "Habt ihr keinen Obulus, die Fähre zu zahlen, so bleibet euch die Überfahrt ins Reich der Toten verwehrt."

Sichtlich verwirrt zückte Bob so seine Geldbörse und meinte schließlich: "Ich hätte einen Euro… oder einen Cent? … ich glaub irgendwo hab ich sogar noch eine alte Mark…!" Doch egal was er versuchte… die Antwort des Fährmannes blieb die Gleiche. "Tut mir Leid… aber… ich habe keinen Obulus… könntest du nicht vielleicht mal ein Auge zudrücken?", fragte Bob schließlich, der Verzweiflung nahe… doch mit der letzten Aufklärung des Fährmannes, stand er plötzlich wieder am Eingang, hinter dem sich der geheime Weg in die Unterwelt verbarg.

Nur zu überrascht von diesem plötzlichen Ortswechsel, war er nur zu gerne bereit sich eiligst von dannen zu machen, um dem sturen Fährmann seinen blöden Obulus zu besorgen!

Zu Hause angekommen war er nur zu eilig daran heraus zu finden wo er möglichst schnell einen alten Obulus her bekam… doch da alles was er fand Sammlerobjekte waren, die weit außerhalb seines Budgets… oder zumindest seiner Schmerzgrenze lagen, musste eine andere Möglichkeit her! "… aber woher nehmen, wenn nicht stehlen…?", meinte er schließlich mit einem resignierenden Seufzen… bis er am Ende seiner Suchliste eine Eintrag eines Museums fand, die in ihrer Ausstellung auch einige uralte Münzen hatten. "Naja… wenn 'woher nehmen wenn nicht stehlen' nicht funktioniert, muss man es wohl doch stehlen…!", schlussfolgerte er so und machte sich eiligst daran einen Plan zu schmieden, wie das gelingen mochte.

Ein paar Elektriker, die ihm helfen konnten den Strom ab zu stellen.
Einen der Architekten des Museums, der ihm Blaupausen des selbigen verschaffen konnte.
Einen Internen des Museums, um Informationen über die Wachpläne zu erhalten.
Einen professionellen Verbrecher, damit er das ganze nicht verpfuschte und ins Gefängnis kam.
Einen Schlosser und einen Hacker, der half das Sicherheitssystem zu überwinden.
Einen Sportler, oder etwas ähnliches, um sicher in das Gebäude zu kommen.
Einen Untergrund-Kunsthändler, um zu wissen was sich lohnte mitgehen zu lassen.
Einen Fluchtwagenfahrer, um ihre gesamte Beute möglichst schnell in Sicherheit zu bringen.

Ihn mit eingeschlossen, alles in allem elf Leute, die er eh sich selbst überlassen würde, sobald er sich einen der Obuluse kassiert hatte… nun was tat man nicht alles, damit einem nicht der Kopf von einem erbosten Weihnachtsmann abgerissen wurde?

Sich so zuerst um das schwierigste kümmernd überfiel er so eine Bank, um ins Gefängnis zukommen ,um einen der berüchtigsten Kunstdiebe ihre Zeit zu befreien! Nach einem Versuch einen Tunnel ins Freie zu graben, einem Versuch sich krank zu stellen und über die Krankenstation zu fliehen und einigen weiteren gescheiterten Versuchen, schafften sie es so schließlich mit der Schmutzwäsche des Gefängnisses zu entkommen! … doch zu früh gefreut! Sie landeten mitsamt der Wäsche in der Wäscherei eines anderen Gefängnisses und wenige Tage nachdem sie wieder in ihrem alten Gefängnis waren, zahlte Dieter Bobs Kaution und schon war der Plan gelaufen.

"Na gut… dann eben zu einem neuen Ziel… mal sehen ob ich mir nicht zumindest einen anständigen Fluchtwagenfahrer bekomme!", gesagt getan… der beste Fahrer der Gegend war schnell aufgespürt… allerdings hatte er eine Bedingung, um bei ihrem Einbruch mit zu spielen.

Zu eilig damit seinen Plan um zu setzen stimmte er sofort zu… nur um mit seinem Wagen in einer Serie illegaler Straßenrennen zu landen! Mehrere Rennen gegen Gangs, von denen Bob nicht einmal geahnt hätte, dass es sie gab… hatten sie kein einziges gewonnen und als sie doch endlich eines gewannen, zündeten ihre Konkurrenten in der Nacht seinen Wagen an!

"Tja… sorry Pops… war wohl nichts!", waren die letzten Worte die Bob so von dem jungen Adrenalinjunkie hörte… doch es eilte ihm zu sehr, um sich nun auf zu regen… also zum nächsten Teil seines Plans! Nach mehreren Gesprächen mit ziemlich an Mafiosi erinnernden Gestalten… saß Bob schließlich tatsächlich vor dem Boss der Mafia der Nachbarstadt! Trotzdem, dass er jede Sekunde erwartet hatte, dass sie ihm einen Finger abschnitten oder ähnliches, sagten sie ihm schließlich zu ihm zu helfen den Architekten des Museums zu bekommen… nur musste er den Wagen mit dem Entführten selbst nach Hause fahren!

Sich denkend dass das doch ein recht guter Deal war, folgte Bob der Aufforderung… nur dass die Gang das Auto nicht betankt hatte! "Natürlich… irgendeinen Preis mussten sie ja haben!", schimpfte er so, als er bei der erstbesten Tankstelle anhielt und schließlich nach dem Tanken ging um zu bezahlen. Zu seiner Überraschung hatte er dabei einen Mann im piekfeinen Anzug getroffen, der genau dasselbe Auto fuhr wie er … das als der Mann ihm aus der Kasse entgegenkam explodiert! … also das Auto mit Bobs Architekten darin… nicht das des Herren im Anzug!

Bevor alles nur noch schlimmer werden konnte, cancelte Bob so schließlich jeden weiteren Plan der auch nur annähernd irgendwelche illegalen Aktivitäten involvieren könnte. Nach langer Suche fand er schließlich einen Kunststudenten, der bereit war ihn bei der 'Sichtung der Exponate' des Museums behilflich zu sein… allerdings auch nur unter einer Bedingung…!

"Ich soll den Vater deiner Angebeteten davon überzeugen, dir zu erlauben seine Tochter aus zu führen!? … naja… es ist nicht die schwierigste Bedingung die mir bis jetzt gestellt wurde, von daher…" Außerdem war das Ziel der Bedingung ein alter Saufkumpan von Bob, womit er diesen, über ein paar Bier hinweg, nur zu schnell davon überzeugt hatte, dass er dem jungen Kunststudenten seine Julia anvertrauen konnte.

Was Bob allerdings tags darauf fand, amüsierte ihn nicht im Geringsten!

Hallo Bob.
Danke für deine Hilfe. 
Fahre mit meiner Flamme jetzt nach Las Vegas.
Werden heiraten, bevor es sich ihr Paps anders überlegen kann.
In dem Sinne, noch ein schönes Leben!

„Wie konnte ich auch nur jemandem trauen der Romeo heißt, wenn es um seine Julia geht?"

Nun endgültig fertig mit dem ganzen Geplane und Intrigieren, schnappte er sich so schließlich einige seiner Kumpanen und vereinfachte den Plan mehrfach.

Dieter, ein Bastler, der in seiner Freizeit nur zu gerne allen möglichen Zeug 'erfand' stattete ihn mit einigem 'Einbruchswerkzeug' Marke Eigenbau aus.
Rüdiger, ein etwas verschrobener Technikfanatiker, 'verkabelte ihn' und koordinierte seine 'Mission'.
Und Gustav und Alfons, Feuerwehrmann und Elektriker, sorgten für Ablenkung.

So legte Alfons den Strom des Gebäudes lahm. Gustav legte in der Lobby ein Feuer um die Wachen ab zu lenken, dessen Bekämpfung er auch prompt mit seiner Mannschaft in Angriff nahm. Bob stahl sich derweil, unter Rüdigers Leitung, so schnell er nur konnte in das Museum und schnappte sich einen der ausgestellten Obuluse, bevor er sich so eilig wie es nur ging auch schon wieder aus dem Staub machte!

"Wieso bin ich da nicht schon früher darauf gekommen?", meinte er so grummelnd, während er sich mit einem Leihwagen wieder von dannen machte... zurück zum Tor in die Unterwelt. Um seine Kumpanen machte er sich dabei keine Sorgen… die hatte er mit mehreren Kästen Bier bestochen… die würden das ganze morgen früh bestenfalls für einen Traum halten!

In tiefster Nacht so wieder zurück bei dem Fährmann Charon, drückte er diesem nur den verdammten Obulus in die Hand und sprang förmlich in die bereitstehende Fähre. Als wäre nie etwas geschehen dankte der Fährmann Bob und begann ihn gemächlich über den Fluss der Toten zu schippern.

Stunden… Tage… oder Wochen später… es kam Bob auf jeden Fall vor wie eine Ewigkeit, landeten sie schließlich an dem Ufer der Unterwelt. Nach etlichen Nahtoderfahrungen hatte es Bob dann schließlich auch tatsächlich zu den Hallen, des Gottes Hades geschafft… der sogar bereit war seinen Wunsch zu erfüllen, auch wenn er sich doch nur zu sehr wunderte warum jemand ausgerechnet ein Rentier von den Toten zurückholen wollte.

Doch… wen wunderte es… auch hier wieder eine Bedingung! Hades berichtete ihm, dass sein Speer, ein antikes Relikt, gestohlen worden war und er seinen 'Rentierfreund' nur unter der Bedingung zurück haben konnte, dass er eben diesen Speer zurückbrachte!

Momentan so weit, dass ihn wirklich nichts mehr überraschen konnte, machte sich Bob so erneut auf die Suche, nach diesen 'Dieben in der Unterwelt'… nur um wenige Minuten Suche später auf ein paar 'verirrte Seelen' zu stoßen. Diese berichteten nach Bobs Erklärung seiner Situation, dass sie den Speer gefunden hatten, nachdem Hades ihn während eines Spaziergangs verloren hatte. Verloren… während eines Spaziergangs? Naja… wie auch immer… einem geschenkten Gaul, sah man schließlich nicht ins Maul!

Ein Tauschgeschäft mit dem wortwörtlichen Herrscher der Hölle, später war Bob schließlich wieder auf dem Weg zum Ausgang des Höllenportals, den Blick starr nach vorne Gerichtet, da er noch eine letzte Auflage bekommen hatte: Er durfte nicht zurückblicken, sonst würde das rotnasige Rentier für immer im Jenseits verbleiben müssen! Fast hatte er die Überfahrt auch überstanden… bevor er plötzlich eine Stimme hinter sich rufen hörte: "Obacht… der depperte Bock will ins Wasser springen!"

Alarmiert drehte sich Bob um, nur um einen nur zu deutlich irritierten Blick des Rentiers zu ernten… das prompt wieder in den Tiefen der Unterwelt verschwunden war, als wäre es nie auf dem Bot gewesen. Stattdessen konnte er nur zu deutlich eine von oben bis unten grüne Gestalt erkennen, die ihn schwer an den Grinch erinnerte, der mit einem finsteren Lächeln seine Finger, in Form eines Daches zusammen legte und murmelte: "Ausgezeichnet…!"

"DAS DARF DOCH WOHL NICHT WAHR SEIN!", schoss Bob darauf schließlich aus dem Bett hoch… Moment… aus dem Bett? Irritiert sah sich der Mann um… kratzte sich verwirrt am Kopf… er war in der Tat in seinem Bett!

"Humbug…", murmelte er so, nur um sich einem in auffällig bunten Kleidung gehüllten Geist gegenüber zu finden!

"Ich bin der Geist der vergangen Weihnacht…!", verkündete das merkwürdige Gespenst schließlich mit voller Stimme und in der Sekunde war es da Bob mit einem lauten Aufschrei kerzengerade im Bett saß!

"Och Schatzele… I hab dir doch gesagt du sollst am Abend nich mehr so viel tringe… du weißt doch genau, dass de davon nur Alpträume kriechst…!", schalte ihn darauf wenig später seine Frau, die von dem Aufschrei ihres Mannes unweigerlich wach geworden war.

Ziemlich verwirrt berichtete Bob so, sichtlich konfus davon wie er Rudolf das Rentier erschossen hatte… und dann diesen aus dem Jenseits zurückholen müssen hätte und… "Weißt was Manne? Geh ins Wohnzimmer… schau die um… dann wirst schon wissen was los ist…!", meinte seine Frau schließlich nach kurzem Bedenken und tatsächlich… was er dort vorfand war tatsächlich irgendwie plausibel.

Neben seinem Sessel stand ein leerer Kasten Bier, der wenige Stunden zuvor noch fast halb voll gewesen war und auf dem Wohnzimmertisch lagen die Weihnachtsgeschenke für dieses Jahr! 'Rudolf das rotnasige Rentier' für die Enkelkinder… 'Oceans 11', 'Prison Break', 'the fast and the furious', 'der Pate' und 'the Transporter' für einige seiner Freunde und Kollegen… ein Buch 'Romeo und Julia' für die Schwiegermutter… eine Sammlung von 'James Bond' Filmen, die seine Frau für ihn gekauft hatte… 'Percy Jackson - Diebe im Olymp' und 'Orpheus in der Unterwelt', für ihre Bücherfanatische Tochter und einige DVDs die sie noch vom letzten Jahr zurück bringen wollten, namentlich 'der Grinch' eine der 'die Simpsons' Staffeln und eine DVD 'eine Weihnachtsgeschichte'!

Nach wenigen Minuten es wirklich als plausibel erachtend das sich sein Hirn aus all dem diesen Alptraum zusammengesponnen hatte, schüttelte Bob schließlich nur den Kopf und meinte resignierend: "Wir sollten wirklich aufhören zu Weihnachten so viele DVDs zu kaufen…!"

Die Jagd und seine 'Ebenezer Scrooge' - Einstellung zu Weihnachten gab er allerdings trotzdem auf… man konnte ja nie wissen, schließlich hieß es ja sicher nicht umsonst das 'In Träumen Wahrheit liegt'.




Jury meint::

Diese Geschichte handelt von… Sie handelt von… Also es war wohl noch nie so schwer zusammenzufassen worum es in einer dieser Geschichten überhaupt geht. Aber das ist schließlich auch die Intention hier, oder? Es ist Blödsinn. Aber durchaus amüsanter Blödsinn.
Der Protagonist Bob macht dem Weihnachtsmann Ärger und dafür macht der Weihnachtsmann ihm Ärger. Danach geht alles ganz schnell. Viel erklärt wird nicht und Bob stolpert von einer Situation in die Nächste. Das wird durch den Erzähler hin und wieder amüsant kommentiert, aber größtenteils wird hier beschrieben. Mal lebendiger, mal weniger lebendig. Dadurch wirkt die Geschichte streckenweise wie eine Beschreibung von Ereignissen oder ein Bericht, was sicher dem geschuldet ist, dass man hier besonders viel in möglichst wenig Worte fassen wollte.
Der Geschichte hätte es vielleicht gutgetan, ein paar Gags weniger aufzubauschen und an gewissen Stellen etwas zurückzustecken und die Elemente, die übrig bleiben, weiter auszubauen. Möchte man auf keines der Elemente verzichten, hätte man sich für jeden Teil der Geschichte etwas mehr Zeit nehmen sollen, so wie es jetzt ist, wirkt es vor allem gegen Ende etwas rushed.
Charaktere sind ein weiteres Manko an dieser Geschichte. Sicher, es ist im Grunde ein langer Witz, aber Bob hat nahezu keine Persönlichkeit. Aber gerade in Comedy sind Charakter essenziell und können viel zum komödiantischen Effekt einer Geschichte beitragen. Man nehme nur jede beliebige US-Sitcom oder US-Komödie. In Film-Komödien sind schon ewig Charakter größer und wichtiger als der Plot und viele der Gags rühren von ihren Aktionen und vor allem Reaktionen her. In literarischen Form kann ein Erzähler, der auf amüsante Weise das Geschehen kommentiert und dazu Formulierungen und Vergleiche verwendet, die einem zum Brüllen vor Lachen bringen, noch einmal eine Schippe drauflegen. Aber trotzdem bleibt beides wichtig!
Es ist eindeutig die ungewöhnlichste und originellste Weihnachtsgeschichte, die ihr lesen werdet und allein deswegen ist es schon wert.
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Re: Kurzgeschichten- und Gedicht-Wettbewerb - WEIHNACHTEN

Beitrag von Akeem am 01.01.18 23:21





          Weihnachtsfreude?









Nun ist es bald wieder soweit und Weihnachten steht vor der Tür. Das Fest wo Familien und Liebende zusammen kommen um zusammen zu feiern.  In den verschiedensten Ländern feiert man dieses Fest auf seltsame aber auch dennoch sehr schöne weise. Für jeden ist diese Zeit eine unvergessliche aber auch meist schöne Zeit.
Jedoch für Joe...nun für ihn war es eine Zeit wo er sich eigentlich freuen sollte. Anfang Juli musste Joe und seiner Familie die aus vier jüngeren Geschwistern bestand in eine Obdachlosenwohnung ziehen weil sein Stiefvater nicht mehr die Miete für das Haus bezahlt hatte und verließ seine Mutter für eine mit der er ihr Fremd gegangen war. Dabei ließ er sie mit Schulden zurück weswegen sie in die Insolvenz gehen musste um diese Schulden abbezahlen zu können. Jedoch als sie einige Zeit in der Obdachlosenwohnung gelebt hatten, musste Joe's Mutter einfach raus und beschloss spontan nach München, zu seinem Vater und seiner älteren Schwester zu fahren. Joe blieb bei seinem Vater während seine Mutter und seine vier Geschwister zu seiner älteren Schwester gingen. Joe's Vater und seine Mutter waren zwar geschieden und lebten auseinander, jedoch pflegten sie immer noch Freundschaft zu einander und hielten Kontakt. Für Joe war es viele Jahre her das er bei seinem Vater war und sich sehr darüber freute ihn mal wieder zu sehen nach all den Jahren. Das ketzte mal als er da war, war Joe zwölf und nun ist er mittlerweile sechszehn Jahre alt. Doch egal wie alt er wurde, er liebte seinen Vater von ganzem Herzen. Auch wenn er nie viel bieten konnte war er immer da wenn sie ihn brauchten. Auch als sie nach einer Woche wieder zurück nach Hause mussten konnte Joe mit einem lächeln gehen und freude im Herzen das er seinen Vater nach all dieser Zeit wieder mal besuchen konnte.
Jedoch als sie wieder nach Hause kamen war die Erleichterung nicht lange von dauer. Einige Wochen nach Ende der Sommerferien wurden Joe's Geschwister an der Schule und dem Kindergarten vom Jugendamt abgefangen. Joe's Stiefvater hatte seine Mutter beim Jugendamt angeschwärzt das sie überhaupt nicht fähig sei für die Kinder zu sorgen und wäre auch noch verrückt. Joe bekam dies alles mit als er gerade selbst von der Berufsschule kam und verstand nicht was überhaupt los war. Man sagte ihm nur noch das seine Mutter in die Anstalt müsste aber zum Glück nur eine Nacht dort bleiben musste weil seine Tante dafür bürgte das sie völlig Gesund ist und alles für ihre Kinder tut.

Jedoch war Joe der einzige der nicht mitgenommen wurde und alleine zu Hause in der Wohnung blieb und seine vier Geschwister in Pflegefamilien kamen. In der Wohnung wo es noch lebhaft zu ging kehrte plötzlich völlige stille ein und er blieb alleine zurück. Das einzige gute war, dass er am nächsten Tag zu einem Freund führ der in der nächsten Stadt lebte die 15km entfernt war und dort über das Wochenende übernachte.
Als Joe wieder zurückkam war es wie zuvor...alles still und verlassen. Nur seine Mutter war da und alle anderen Zimmer wo seine Geschwister drin schlufen waren leer und verlassen.
Monate lang kämpfte Joe's Mutter dafür das seine Geschwister wieder zurückkommen und ihr wurde dabei auch jemand vom Jugendamt zur Seite gestellt aber hatte auch einen Anwalt dafür eingeschaltet. Monate vergingen und es ging auf Weihnachten zu als eine Richterin die diesen Fall berarbeitet die zu dem Schluss kam, dass nichts davon überhaupt Rechtens war. Man hatte die Kinder ohne wirkliche Begründung oder Beweise das sie die Kinder vernachlässigen würde weggenommen weshalb das Urteil besagte das die Kinder wieder zu der Mutter kommen. Diese Nachricht ließ beide wieder Lächeln und lachen. Monate lang waren beide am Boden zerstört und konnten nur warten während sie jeden Tag weiter machten.
Doch hielt diese Freude nicht besonders lang an. Ein Tag vor Weihnachten, schien es so als würde für Joe eine Welt zusammen brechen. Als seine Mutter ihn in die Küche rief bat sie ihn das er sich doch setzten möchte was er auch tat. Seine Mutter rang anfangs noch um Worte eher sie ihm mit schweren Herzens und zittriger Stimme etwas sagen musste. "Joe du weißt das ich dich sehr liebe oder? Den...dein Vater...er ist tot. Er wurde tot in seiner Wohnung gefunden." sprach sie mit zittriger und fast schon weinerlichen Stimme und umarmte ihren Sohn. Joe wusste nicht was er sagen sollte geschweige was er jetzt überhaupt fühlte. Er war wie erstarrt über diese Nachricht und die Gefühle im ihm tobten hin und her.
Joe war niedergeschmettert und fühlte sich plötzlich so leer als wäre irgendetwas in ihm gestorben doch versuchte er glücklich zu wirken weil bald Weihnachten war und seine Geschwister deswegen nichts mitbekommen sollten...fürs erste.
Erst als das neue Jahr begann wurde es ihnen erzählt und so gut wie möglich erklärt wieso Joe so zurückgezogen und deprimiert war, denn sein Vater war an Bauchspeicheldrüsen-Krebs gestorben und hatte es vor allen verheimlicht, da er deswegen schon einige operationen hatte und die Familie glaubte das dieser entfernt wurde aber wieder zurückkam.
Kurz nach Anfang des neuen Jahres war die Beerdigung seines Vaters weshalb er und seine Mutter einige Tage vorher nach München fuhren um alles so gut wie möglich dafür vorzubereiten.

Als es dann soweit war und die engsten Freunde und Familienangehörigen der Familie sich für die Beerdigung versammelt hatten, war es für Joe immer noch wie ein Traum. Viele langjährige Freunde und Verwandte seine Vaters sprachen ihr Beileid für ihn aus. Auch als sie die Trauerfeier stattfand, der Priester seine Worte gesprochen hatte und das letzte Lied gespielt wurde das sein Vater so liebte zeigte er keine Regung oder Gefühle. Als sie Joe's Vater dann zum Grab brachten und sich dort ein letztes Mal verabschiedeten blieb der junge Mann noch dort stehen während die anderen gingen und er noch einen Augenblick bleiben wollte. Erst als alle gegangen waren zeigte Joe die Gefühle die sich in ihm angestaut hatten und war sich nun voll im klaren das sein Vater nicht mehr lebte.
Der junge Mann brach in Tränen aus und schrie dabei völlig klagend und weinend sich die Seele aus dem Leib während er auf die Knie sank. Für ihn war ein Mensch gestorben den er über alles liebte und nicht glauben konnte das er so früh von ihm gegangen ist. Als seine Mutter ihn so hörte, war sie direkt als erste da und nahm ihren Sohn in den Arm der immer noch schrecklich weinte und nichts anderes konnte.
Jedoch versuchte Joe sein Leben weiter zu leben und brauchte einige Zeit bis er über die Trauer hinweg kam. Jedoch war die Weihnachtszeit für ihn nicht mehr die selbe. Zwar freute er sich immer auf die Weihnachtszeit...doch war es für ihn auch eine Zeit der Trauer und des Verlustes.
Nie würde er vergessen wie sehr sein Vater ihn liebte und alles für ihn tat was er konnte auch wenn sie soweit auseinander lebten.
Selbst nachdem viele Jahre vergingen erinnert er sich gern an ihn und sieht das letzte Foto was er von seinem Vater hat lächelnd und mit Tränen in den Augen an während er seinen Weg geht und Weihnachten sowohl als ein Tag der Freude als auch ein Tag der Trauer sieht.



Jury meint::

Diese Geschichte ist eigentlich eine Aneinanderreihung von betrüblichen Ereignissen. Ein schreckliches Geschehnis folgt auf das nächste, und dem Hauptcharakter wird immer nur für wenige Sätze eine kurze Pause gegönnt.
Der Protagonist, Joe, bleibt die Geschichte über blass. Man erfährt, wie alt er ist, aber er hat keinen besonderen Charakter, keine Hobbies, keine außergewöhnlichen Vorlieben, die seinem Charakter etwas Leben eingehaucht hätte. Er handelt eigentlich im gesamten Handlungsverlauf überhaupt nicht von sich aus, er reagiert nur auf die schrecklichen Dinge, die ihm zustoßen. Während der gesamten Geschichte sagt Joe kein einziges Wort. Für einen Protagonisten, der in gewisser Weise die Bezugsperson des Lesers ist, ist das eindeutig zu wenig.
Es wäre besser gewesen, wenn es wenigstens eine richtige Szene gegeben hätte, in dem Protagonist glücklich ist, und nicht von einem Schicksalsschlag heimgesucht wird. Passieren in einer Geschichte zu viele scheußliche Dinge, kommt es bei dem Leser leicht zu einem Gewöhnungseffekt, und die traurigen Geschehnisse wirken nicht mehr richtig.
Außerdem hat die Geschichte unserer Meinung nach einige Logiklöcher. Viele entstehen dadurch, dass die Beziehungen zwischen den Charakteren unklar bleiben. Warum hat der Stiefvater so einen Hass auf seine Exfrau, warum sieht Joe seinen Vater das Erste Mal seit vier Jahren? Diese und andere Fragen hätte durch einfache Ergänzungen geklärt werden können. So hinterlassen sie bei dem Leser mehrere Fragezeichen. Auch wäre es schön gewesen, wenn man die Beziehungen der Charaktere in manchen Szenen nicht dadurch klargemacht hätte, dass man einfach direkt schreibt „Joe liebte seinen Vater vom ganzen Herzen“, sondern das man eine kleine Szene einbaut, in der gezeigt wird, warum sie sich gut verstehen. So fehlt der Geschichte etwas Tiefe, genau wie ihren Charakteren, und sie liest sich häufig leicht eher wie ein Bericht.
Ein weiteres Manko ist leider die Grammatik. Manche Sätze wurden so seltsam gebildet, dass man erst einmal herumrätseln muss, was dieser Satz nun genau aussagen soll und welcher der Charaktere nun was getan hat. Das mindert den Spaß am Lesen und führt zu weiteren Missverständnissen.
Was ebenso unklar ist, ist die Pointe der Geschichte. Ich schätze einfach mal, dass sie zeigen wollte, dass Weihnachten nicht für alle Menschen auf der Welt eine schöne Zeit ist, und manche sich auch in dieser besinnlichen Zeit schrecklichen Schicksalsschlägen stellen müssen. Allerdings hätte man dies besser vermitteln können. Dadurch, dass Joes Leben schon vorher eigentlich nur von schrecklichen Ereignissen geprägt war, erwartet der Leser gar nicht wirklich, dass Weihnachten für ihn schön sein wird. Außerdem hatte man während der Geschichte nie sonderlich das Gefühl, dass Joe sich schrecklich auf Weihnachten freuen würde oder ähnliches. Zwar wird am Ende erwähnt, dass er Weihnachten nach dem Tod seines Vaters mit anderen Augen sieht, aber während der Geschichte wird nie erwähnt, wie er die Weihnachtszeit früher gesehen hat.  Das fanden wir sehr schade.
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Re: Kurzgeschichten- und Gedicht-Wettbewerb - WEIHNACHTEN

Beitrag von Akeem am 01.01.18 23:22





          Im Zeichen der Nächstenliebe









Ihr Freund zog sich den Schal etwas enger um sich, während sie selbst nicht ganz so verpackt war. Sie trug wie immer ihr blaues, knielanges Kleid. Nur war es hellblau und der Saum war von weißen Eiskristallen verziert, die jedoch keine Stickereien waren. Sie waren echt. Ihre Füße waren in weißen Stiefeln, die zum Glück ohne Futter waren. Als Eisfee konnte Elisabeth nun einmal nicht so gut mit Wärme umgehen. Sie zog eine passende weiße Jacke, ebenfalls ungefüttert, enger um sich und musterte ihren Freund. Das Model sah wirklich wahnsinnig gut in dem dicken Mantel aus. Seine Jeans schmiegte sich an seine muskulösen Beine. Ihr Blick fand sein Gesicht. Er musste bemerkt haben, dass sie ihn anstarrte und sah sie grinsend an. Bevor er dazu kam einen stichelnden Kommentar von sich zu geben, wandte Elisabeth das Gesicht ab, ergriff seine Hand und zog ihn mit einem verlegenen 'Lass uns gehen!' zur Tür. Er lachte amüsiert und folgte ihr durch den Schnee.
Weiße Weihnacht. Ein kleines Wunder, das viele Menschen erfreute. Immerhin war es das erste Mal seit Jahren. Hinzu kam, dass es nicht sonderlich kalt war und dadurch die Eisbildung erspart blieb. Tja, so war das nun einmal mit magischem Schnee.
Auf ihrem Weg zu ihrer alten Wohnung sah sie viele glückliche Gesichter. Kinder, die im Schnee tobten. Frauen, die draußen plauderten. Männer, die sich Schneeballschlachten lieferten. Es war alles vertreten. Selbst im trostlosen Viertel der Stadt, das für heruntergekommene und unbewohnte Häuser bekannt war. Selbst in dem Viertel der Stadt, in dem eine brennende Tonne nach der anderen war. Selbst dort zierte das Lächeln die Gesichter der armen Menschen. Als die alten Bekannten sie näher kommen sahen, grüßten sie das Paar freundlich und wünschten ihnen ein frohes Fest. Die Beiden grinsten einander an und sie führten ihren Weg zu Elisabeths alter Wohnung fort.
Die Dekoration im Wohnzimmer stand soweit. Auf den Regalen glitzerte weißer Schnee. In den Fenstern hingen Lichterketten und Schneeflocken. Der große Tisch war mit Mistelzweigen, Tannenzapfen, Tannenzweigen, bunten Kugeln und Kerzen dekoriert. Die Stuhlhussen waren natürlich auf den weihnachtlich weißen Tischläufer mit roten Sternen abgestimmt. Elisabeth ließ noch einmal den Blick durch den Raum schweifen und nickte zufrieden.
"Gut... also... Ich bereite hier drinnen das Essen und den Tee vor. Aiden, du-", begann sie, wurde aber von einem amüsierten Lachen unterbrochen.
"Ich werde draußen den Baum aufstellen und dekorieren. Ich werde nicht auf die Krippe vergessen. Und erst recht nicht darauf, dass die Büsche auch Lichterketten bekommen. Wir sind das schon oft genug durchgegangen, mein Engel", lachte er und drückte ihr liebevoll einen Kuss auf die Wange, ehe er nach draußen ging.
Elisabeth krempelte die Ärmel hoch und stürzte sich auf das Kochen. In ihrer Kindheit hatte es traditionell immer mehrere Gänge gegeben. Das wollte sie niemandem antun. Sie kümmerte sich zwar um einen Salat mit Räucherlachs, aber den Hauptgang bildete ein mit Maronen gefüllter Truthahn. Sicherheitshalber bereitete sie auch Brot und ein Käsefondue vor, damit es notfalls eine Ausweichmöglichkeit gab, falls man Truthahn oder Maronen nicht mögen sollte. Auch für das Dessert war gesorgt. Elisabeths Stammbäckerei hatte sich dazu bereit erklärt ihr einen traditionellen Weihnachtsscheit zu machen. Es sollte immerhin alles perfekt werden!
Währenddessen stellte Aiden den Baum im Garten auf und schmückte ihn mit der Lichterkette. Auch die Weihnachtskugeln fanden schnell ihren Weg in die Zweige, was er seinen magnetischen Kräften verdankte. Danach widmete er sich den kleinen Büschen des Gartens, damit sie nicht ganz alleine und dunkel im Schatten des Weihnachtsbaumes standen. Zu guter Letzt holte er die Weihnachtskrippe aus Elisabeths ehemaligen Schlafzimmer, das als ihr Lager für alles diente, und räumte in gleichem Zug die Schachteln der Baumdekoration wieder weg. Zufrieden betrachtete er sein Werk. Das Licht würde er erst einschalten, wenn die Gäste hier waren. Aber er war sich sicher, dass es fantastisch aussehen würde. Wieder musterte er den Baum mit seinen bunten Kugeln und ließ den Blick nach oben wandern, nur um erschrocken die Luft einzusaugen. Er sah sich um, ob er etwas im Schnee hatte liegen lassen. Doch da war nichts. Auch in den Schachteln der Dekoration war nichts mehr. Unsicher ging er so zu seiner Freundin und rieb sich etwas ratlos den Hinterkopf.
"Du, Elise...", begann er. Sie sah von dem Ofen auf und neigte fragend den Kopf. Aiden fuhr fort: "... uns fehlt der Weihnachtsstern."
Entsetzt starrte sie ihn an, ehe sie hastig an ihm vorbei und in den Garten hastete. Tatsächlich. Der Baum war ohne Stern. Nichts thronte auf der Spitze! Die Läden waren bereits geschlossen, von wo sollten sie jetzt noch einen auftreiben?! Nachdenklich ging sie auf und ab, bemerkte nicht einmal, dass ihr Freund sich zu ihr gesellt hatte. Während sie weiter grübelte, wanderte sein Blick wie von selbst zu einer der Fenster. Da kam ihm eine Idee. Diese Schneeflocken waren künstliche Eiskristalle. Er legte die Hand auf die zierliche Schulter der jungen Frau und deutete auf die LED Deko. Zuerst runzelte sie etwas die Stirn, ehe sie verstand und ihm um den Hals fiel. Sie hauchte ihm einen Dank ins Ohr, gab ihm einen süßen Kuss und wandte sich zum Baum. Sie spürte die Magie in ihren Fingerspitzen kribbeln, als die oberste Spitze des Baumes von Eis überzogen wurde. Das Eis schlängelte sich in die Höhe, formte sich schließlich zu einem Stern. Sie musterte den Baum und nickte beeindruckt. "Er ist wunderschön", seufzte Elisabeth glücklich. Es fehlte nur noch der Truthahn, dann war alles bereit.




Es dauerte nicht lange, bis ihre ehemaligen Nachbarn ihre Feuer verlassen hatten und sich vor dem Eingang zu ihrer Wohnung versammelt hatten. Aiden ergriff die eiskalte Hand seiner aufgeregten Freundin. Sie lächelte ihm kurz zu, ehe sie sich an die Obdachlosen wandte.
"Jahrelang habe ich hier gewohnt. Ich habe gesehen, wie hart es für euch ist. Ich möchte, dass all das heute Abend vergessen wird. Ich möchte, dass ihr heute Abend... ein schönes Fest genießt, das euch Freude bereitet.", sprach sie und öffnete ihnen die Tür. Kaum betraten die Ersten die Wohnung, kam ein überraschtes Raunen. Ein verzaubertes Luftholen. Ein glückliches Lachen. Eine ältere Dame drehte sich zu dem Paar um, vor Freude Tränen in den Augenwinkeln. Sie setzte zu einem 'Aber' an, doch Elisabeth schüttelte bestimmend den Kopf.
"Es gibt kein Aber. Fröhliche Weihnachten."
Die Frau wischte sich die Tränen aus den Augenwinkeln und umarmte die beiden dankend, ehe sie sich zaghaft in der Wohnung umsah.
Nach und nach traten die Obdachlosen auch in den Garten, als Aiden lächelte und das Licht endlich einschaltete. Der Garten erstrahlte in weihnachtlichem Glanz und brachte die Männer und Frauen wieder zum Staunen.
Elisabeth und Aiden hatten den ganzen Abend ordentlich zu tun. Sie richteten das Essen an, schenkten Tee nach, plauderten, nahmen Dank und Umarmungen entgegen, stimmten Weihnachtslieder an und regten zum Tanzen im Schnee an. Sie taten alles um sicherzustellen, dass all diese Leute glücklich waren. Doch auch wenn einiges zu tun war, fühlten sie keine Müdigkeit. Auch wenn sie den ganzen Abend von Leuten in Beschlag genommen wurden, so war die Freude in den Gesichtern ihrer Gäste alles, was sie brauchten um weiter zu machen. Zu sehen, wie sie anderen so eine Freude bereiten konnten erwärmte ihre Herzen. Keine Mühen und Kosten hätten sie davon abhalten können, ihre Idee umzusetzen. Es war ein friedliches Fest, voller Glück und Nächstenliebe. Und so kitschig es auch klingen mochte, so war es für Elisabeth und Aiden ein unvergleichlich wertvolles Geschenk.



Jury meint::

Der Geist der Weihnacht und der Urgedanke dieser christlichen Feiertage ist bereits im Titel zu erkennen und zieht sich durch die ganze Geschichte. Familie, Gemeinschaft und Nächstenliebe sind die Leitmotive in dieser Erzählung, bestimmen die Charakterisierung und die Handlung.
Ein junges Paar, das sich innig zu lieben scheint, hilft ein paar Obdachlosen ein schönes Weihnachtsfest zu haben. Und hier wird es ziemlich schwierig die Schwächen dieser Geschichte aufzuzeigen, ohne zynisch zu klingen. Also eines vorweg: Die größte Schwäche dieser Geschichte ist ganz sicher nicht ihre Thematik oder ihre Motive. Es ist die fehlende Spannung.
Nicht jede Geschichte muss ein Drama sein, aber jede Geschichte sollte ein gewisses Maß an Dramatik beinhalten um Interesse zu schüren. Oder auch Spannung. Geschichten, die einem im Gedächtnis bleiben sind selten solche, die einfach nur davon erzählen, wie etwas völlig glatt gelaufen ist.
Ich wollte einen Kuchen, also bin ich zum Bäcker und kaufte mir einen.
Das ist keine sehr interessante Geschichte. Sicher, es hat einen Plot und es passieren Dinge und am Ende gibt es vielleicht sogar so etwas wie einen Charakter-Arc. Ich war hungrig, nun bin ich es nicht mehr. Aber es gibt keinerlei Dramatik, nichts was im Wege steht, mein Ziel zu erreichen. Ich ging einfach zum Bäcker und kaufte einen Kuchen.
Anderes Beispiel:
Ein Mädchen ist in einen Jungen verliebt. Sie fragt ihn, ob er mit ihr ausgeht. Er sagt zu.
Auch hier haben wir eine Geschichte, aber keine Spannung, weil wir keinerlei Dramatik haben. Das Mädchen muss weder sich selbst überwinden noch ihn überzeugen oder seine Aufmerksamkeit erregen. Es gibt keinen Konflikt. Weder einen Inneren, noch einen Äußeren Konflikt. Und das braucht man nun mal für eine dramatische Erzählung.
Selbst in philosophischen oder wissenschaftlichen Arbeiten benutzt man diesen Trick, um den Leser zu fesseln. Wenn wir uns zurück an unsere Schulzeit erinnern, wird uns das auch begegnen. Bei einer Erörterung beginnt man klassischerweise damit, das Thema zu erläutern und die Kontroversen oder Probleme aufzuzeigen. Dann nennt man die Argumente der Gegenseite und dann erst die eigenen Argumente, die diese entkräften sollen. Dann erst kommen das Fazit und der Schlusssatz. In unserem Bespiel mit der Geschichte über das Mädchen und dem Jungen, wäre die Erläuterung des Themas die Wünsche des Mädchens und danach springen wir direkt zum Fazit, indem sie zusammenkommen. Wir überspringen die Argumentation. Wir überspringen das komplette Drama, welches das Lesen des Textes interessant machen würde.
In dieser Geschichte haben wir ein Paar, das für Obdachlose ein Weihnachtsessen zusammenstellt.
Wir haben keinerlei Dramatik, denn entweder läuft alles die ganze Zeit über glatt oder die Probleme werden innerhalb von Sekunden gelöst. Dadurch entsteht keine echte Spannung. Es gibt keinen Konflikt.
Dabei gibt es viele verschiedene Möglichkeiten Dramatik in einer Geschichte zu erzeugen. Das hier ist nur ein einfacher Weg, es gibt natürlich viele verschiedene andere Wege, die weniger Formular zu sein scheinen, aber für den Anfang sollte es helfen, zu verstehen warum Story funktioniert wie sie funktioniert.
Wichtig ist zunächst zu wissen, was genau das Ziel des Charakters ist und worum es ihr geht. Dabei ist gar nicht so sehr wichtig, warum sie es will. Das ist oft etwas, das man im Laufe der Geschichte oder sogar erst am Ende erfährt. Wichtig ist nur zu wissen, was genau dieses Ziel ist, damit der Leser mit dem Charakter mitfühlen kann.
Haben wir das Ziel deklariert und es dem Leser erklärt, werfen wir dem Charakter Hindernisse in den Weg. Ob diese nun innerlicher Natur ist oder von außen kommt, ist ziemlich egal. Wenn sich das Mädchen aus unserem Beispiel nicht traut ihren angebeteten zu Fragen, weil sie schüchtern ist oder kein Selbstvertrauen hat oder ob weil sie durch eine Konkurrentin überholt und ausgestochen wurde, dann entsteht direkt eine gewisse Spannung beim Leser. Nämlich die Frage, wie sie damit umgehen wird. Wie wird sie den Mut aufbringen? Wie wird sie besser sein als ihre Konkurrentin?
Das ist im Grunde alles was man für Dramatik und damit Spannung braucht: Ein Charakter mit Zielen und einem Hindernis, das sie daran hindert, es zu erreichen.
Fehlen diese Zutaten in einer Geschichte, dann sieht sie vielleicht zauberhaft aus, aber schmeckt irgendwie doch etwas fad.
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Re: Kurzgeschichten- und Gedicht-Wettbewerb - WEIHNACHTEN

Beitrag von Akeem am 09.01.18 1:00

Ho Ho Ho.

Es ist vollbracht. Vielen Dank an alle Autoren und an die Community für die Stimmen! Nun kommt es zur Auswertung:



  1. Eine etwas… kompliziertere Weihnachtsgeschichte von @Fallen5592 mit 6 Stimmen
  2. Im Zeichen der Nächstenliebe von @Saddy-Chin mit  4 Stimmen
  3. Weihnachtsfreude? von @lostblood90 mit 2 Stimmen


Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!
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Re: Kurzgeschichten- und Gedicht-Wettbewerb - WEIHNACHTEN

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